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Italienischer Wein – Revolution am Stiefel verantwortlich für Qualitätssteigerung

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Bis vor wenigen Jahrzehnten noch war italienischer Wein nicht mit den höchsten Qualitätsstufen versehen. Setzten die Winzer am Stiefel doch genau wie hierzulande eher auf Quantität, denn auf Qualität. Dies hat sich grundlegend geändert.

Zwar hat Italien inzwischen Frankreich überholt und gilt als weltweit größter Weinproduzent. Doch die italienischen Winzer besinnen sich wieder mehr auf das hervorragende Terroir, das den meisten Weinregionen südlich der Alpen gegeben ist, und verbinden dabei Tradition mit modernen Keltertechniken. Zudem hat die Klassifikation in Qualitätsstufen für einen Turnaround gesorgt. Heraus kommt neben einer großen Vielzahl vorzüglicher Konsumentenweine eine qualitativ hochwertige Avantgarde, die sich vor den Spitzengewächsen anderer traditioneller Weinbauregionen nicht verstecken muss.

Immer mehr Winzer exzellent ausgebildet

Ein Grund für diese Neuorientierung lässt sich daran festmachen, dass viele junge Winzer inzwischen nicht mehr ihr ganzes Leben auf dem Heimathof verbringen. Vielmehr hat sich eine Generation an Weinbauern entwickelt, die ihre Lehrjahre im In- und Ausland verbrachten, um eine hochwertige Ausbildung zu absolvieren.

Zurück am elterlichen Weinberg wenden sie dieses zusätzliche Know-how an, sodass Weine aus Italien inzwischen ein Qualitätslevel erreicht haben, an das vor zwei Jahrzehnten niemand mehr geglaubt hatte.

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Ganz Italien ein Eldorado des Weinbaus

Die ausgezeichnete Qualität italienischer Weine hat ihren Ursprung jedoch nicht nur in modernen Anbau- und Keltermethoden. Das Land auf der Apenninhalbinsel zeichnet sich von Südtirol bis Sizilien durch ein bevorzugtes Klima und eine für den Weinbau geeignete Geografie aus. Zudem sind weite Teile des Landes mit Böden gesegnet, die die besten Ernten versprechen.

So schützen die südlichen Alpen vor den eisigen Winden Mitteleuropas. Neben dem Mittelmeer verhindern zahlreiche Oberflächengewässer, dass es zu ausgeprägten Klimaschwankungen kommt. In den meisten Regionen herrschen optimale 12 bis 16° Celsius im Durchschnitt vor, Sonnenschein ist bis in den Spätherbst hinein garantiert. Überdies sind im Winter ausreichend starke Regenfälle vorhanden.

Im Resultat ermöglichen diese Vorzüge einen Weinanbau vom Meeresniveau bis auf eine Höhe von tausend Metern über dem Meeresspiegel. Dabei kommen fast alle bekannten Rebsorten zum Einsatz.

Einführung von Qualitätsstufen

Seit der Zeit der Römer wurde Wein gekeltert, ohne auf Qualitätsstandards zu achten. So bekamen die Genießer überwiegend gepanschte Weine eingeschenkt. Erst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde eine nationale Weinklassifikation eingeführt, um die Qualität italienischer Weine zu schützen.

Indicazione Geografica Tipica (IGT)

Bei IGT-Weinen müssen mindestens 85 Prozent der Trauben aus einer Region stammen. Wichtig ist, dass der Herstellungsprozess schon bei der untersten Qualitätsstufe einer strengen Kontrolle unterliegt. Die Klassifizierung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Weine weniger genießbar sind als Erzeugnisse mit einem höherwertigen Siegel. Hat das IGT-Siegel doch den Vorteil, dass es mit weniger Einschränkungen daherkommt.

Dieser Umstand erlaubt es den Winzern beispielsweise, mit ungewöhnlichen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot zu experimentieren. Auch im Herstellungsprozess können Verbesserungen umgesetzt werden, sofern sie sich innerhalb der vorgeschriebenen Qualitätsstandards bewegen.

Denominazione di Origine Controllata (DOC)

1963 wurde der DOC-Status eingeführt. Bei diesem Qualitätsstandard werden sowohl die Rebsorte als auch die Herkunft der Trauben und der Reifegrad kontrolliert. Außerdem wird auf die Einhaltung der Traditionen des jeweiligen Anbaugebiets Wert gelegt und die Erntemengen auf ein gesundes Maß eingeschränkt.

Im Gegensatz zur höchsten Qualitätsstufe ist eine größere Produktvielfalt möglich. So werden inzwischen auch Prosecco sowie Roséweine und Sekt mit dem Siegel ausgezeichnet.

Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG)

Die höchste Klassifizierung DOCG zeichnet Weine aus, die Spitzenqualität erreichen. Grundvoraussetzung ist es, dass die prämierten Weine vorher schon sieben Jahre ununterbrochen das DOC-Siegel führten.

Obendrein gibt DOCG weitere strenge Regeln für den Herstellungsprozess vor. Es dürfen nur zugelassene Rebsorten verwendet werden, die aus einer bestimmten Region stammen und in der Ertragsmenge stark eingeschränkt sind. Dabei werden alle Stufen des Produktionsprozesses und der Lagerung strengstens überwacht. Jeder so klassifizierte Wein wird zudem von einer professionellen Kommission verkostet und einer chemischen und sensorischen Analyse unterzogen.

Fazit

Weine aus Italien wurden lange Jahre unterschätzt. Dies hat sich mit der Öffnung der Winzer hin zu modernen Methoden und der Einführung von Qualitätssiegeln geändert. Heute besitzt Italien die meisten Anbaugebiete weltweit und nimmt sowohl in der Masse als auch bei der Qualität Spitzenpositionen ein.

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