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Mercedes AMG: Bedeutung und Geschichte der Sportwagen aus Affalterbach

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Nicht nur unter Fans von Mercedes-Benz, sondern auch bei Rennsportbegeisterten erzeugen drei Buchstaben leuchtende Augen: AMG! Wir blicken heute einmal auf die Geschichte und Bedeutung vom AMG zurück.

Geschichte von AMG

Mit den zwei Ingenieuren Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher nimmt die beeindruckende Historie vom Mercedes-Haustuner AMG in den 1960er Jahren ihren Lauf. Denn diese beiden Herren zeichneten sich in der Entwicklungsabteilung von Daimler-Benz für den leistungsstarken Motor des 300 SE verantwortlich. Doch Daimler bverfügte zu dieser Zeit, dass das Motorsport-Thema aus Kostengründen zu einem jähen Ende kommen müsse.

Daraufhin beschlossen die beiden Männer in Aufrechts Haus in Großaspach in Eigenregie weiter an der Performance des Triebwerks zu tüfteln. Durch den Kontakt zum Rennfahrer Manfred Schiek war es anschließend möglich, mit einem entsprechend aufgebauten Fahrzeug an der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft teilzunehmen. In Folge dessen konnten durch diese fruchtbare Zusammenarbeit insgesamt zehn Siege eingefahren werden.

Was bedeutet AMG?

AMG war geboren. Die drei Buchstaben stehen für die Namen der Gründer Aufrecht, Melcher und den Ursprungsort der Unternehmung – Großaspach. Neben dem Rennsport entsteht schnell die Idee auch Straßenfahrzeuge mit leistungsgesteigerten und optimierten Motoren auszustatten. 1966 folgen die Selbstständigkeit des Unternehmens und der Umzug in eine ehemalige Mühle in Burgstall.

AMG – Das Unternehmen entwickelt sich weiter

Den nächste Meilenstein stellt der Klassenerfolg beim 24-Stunden Rennen in Spa 1971 dar. Auch hier zeigt ein aufgebauter Mercedes 300 SEL der Konkurrenz die Grenzen auf. Nun war auch ein großes Publikum auf den Namen AMG aufmerksam geworden.

Aufrecht und Melcher sind in dieser Episode gewissermaßen zum Inbegriff individueller und performancestarker Mercedes-Anfertigungen geworden. Das Unternehmen wächst und gedeiht auch in den 1970er Jahren prächtig. Selbst viele Kunden aus dem Ausland kommen gerne zu den Profis aus Deutschland um ihre Autos leistungsstärker machen zu lassen. Mitte der 70er arbeiten bereits ein gutes Dutzend Mitarbeiter an dem Projekt. Der Umzug nach Affalterbach erfolgt, denn neue Räumlichkeiten und mehr Platz werden dringend gebraucht.

1984 bringt AMG einem komplett autark entwickelten Zylinderkopf mit Vierventiltechnik an den Start. 1986 wird ein handelsübliches E-Klasse Coupé per V8-Triebwerk zum international bekannten Sonderfahrzeug „The Hammer“ umgebaut. Ende der 80er kann auch der Daimler-Benz Konzern die Profis aus Affalterbach nicht länger ignorieren. Eine segenreiche Zusammenarbeit im Motorsport nimmt seinen Anfang. Als Werksteam folgen z. B. 50 Siege in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft.

1990 ist es dann soweit: Die Daimler-Benz-AG schließt einen vollwertigen Kooperationsvertrag mit AMG. Damit ist nicht zuletzt der Vertriebsweg über den weltumspannenden Großkonzern offen. Schnell wächst die Zahl der Mitarbeiter auf ca. 400. Der Mercedes-Benz C36 AMG ist 1993 das erste gemeinsam entwickelte Projekt und wird zum Erfolg.

Hochzeit mit Mercedes

Zum 1. Januar 1999 erwirbt die damalige DaimlerChrysler AG die mehrheitlichen Anteile von AMG. 2005 folgt dann die vollständige Integration in den Konzern. Unter dem offiziellen Namen „Mercedes-AMG GmbH“ ist aus dem Zwei-Mann-Betrieb ein großer Player mit – heute – über 1.700 Mitarbeitern geworden.

Mittlerweile ist die Modellpalette an AMG Performance Fahrzeugen über das komplette Portfolio des Mutterkonzerns angewachsen. Fast alle Autos können in einer extrem performanten und nachgeschärften Version erstanden werden. Mehr als 50 unterschiedliche Modellvarianten sind lieferbar. Von der kompakten A-Klasse bis hin zum eigenständig mitentwickelten Mercedes AMG GT bleiben keine Wünsche offen.

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Die beliebtesten AMG-Modelle

Im Rahmen der großen Modellpalette sind insbesondere die A-Klasse als A35 AMG und A45 AMG, sowie die C-Klasse als C63 AMG beliebt. Kein Wunder, denn es handelt sich auch sonst um hubraumstarke Fahrzeuge. So wartet die A-Klasse im AMG Trim mit Allradantrieb und bis zu 421 PS auf. Die C-Klasse kann in allen Modellvarianten konfiguriert werden und bringt im C63 S bis zu 510 Pferdestärken auf den Asphalt. Bei den SUVs bietet AMG ebenfalls alle gängigen Grundmodelle in verfeinerter Form an. Vom GLA bis zum GLS gibt es keine Lücken. Kunden müssen also immer der Verlockung widerstehen, die leistungsstarke Variante von AMG zu nehmen.

Wer etwas mehr „Kleingeld“ übrig hat, schaut sich nach der ikonischen G-Klasse im AMG Ornat als G63 mit 585 PS um oder genießt die Vorteile der leistungsstarken Luxus-Limousine mit Coupé-Einschlag Mercedes-AMG GT als Viertürer mit bis zu 639 PS.

Obwohl die Preise bei AMG deutlich über den Preisen der normalen Mercedes-Modelle liegen, leisten sich auch viele Normalverdiener einen solchen Traumwagen. Das Zauberwort hierfür lautet Mercedes Leasing, wobei der Wagen durch einen Monatsbeitrag finanziert wird. Dadurch gibt es den vollen Spaß der AMG-Performance schon für wenige hundert Euro im Monat.

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Tradition verpflichtet auch bei AMG

Trotz anhaltendem Trend – oder auch Zwang – zum Downsizing hält AMG tapfer am leistungsstarken und wohlklingenden V8 fest. AMG bringt noch viele Modelle im Portfolio auf Touren und begeistert mit seinen typischen Eigenschaften und Leistungswerten nah zum Rennsport. In Zukunft wird die zunehmende Elektrifizierung ein spannendes Thema für die dortigen Ingenieure sein.

Die Motoren stehen bei AMG also weiterhin absolut im Vordergrund. AMG nimmt sich viel Zeit und entwickelt die Triebwerke sachverständig weiter um alles aus ihnen herauszuholen. Handling, Sound, Kraftentfaltung und Performance werden zu neuen Höhen gebracht. Dazu kommen weitere individuelle Zutaten, wie optische oder aerodynamische Maßnahmen an den Boliden. Im Vergleich zu anderen Werkstunern wie der quattro GmbH von Audi oder der M GmbH von BMW hat sich AMG vermutlich den eindrucksvollsten Ruf erarbeitet. Das ist auch daran zu erkennen, dass die Modelle in der firmeneigenen Definition immer als eigenständige Modelle angesehen werden. Das verdeutlicht wie umfassend sie weiterentwickelt werden.

In perfekter Harmonie mit den technischen Finessen der Triebwerke zeigt sich die hochwertige Verarbeitungsqualität und Ausstattung, auf der der Werkstuner in den Mercedes Fahrzeugen aufbauen kann. Spezielle Austattungsvarianten und nachgeschärfte Infotainmentsysteme gehören zum guten Ton. Wer seinen AMG auf die Rennstrecke entführt, kann sich so beispielsweise mit den spannendsten Telemetriedaten versorgen lassen.

Eine absolute Besonderheit bei AMG ist, daß bei der Montage der Motoren das Prinzip „Ein Mann – ein Motor“ gilt. Alle Motoren werden also von jeweils einem einzigen Mechaniker individuell zusammengesetzt und anschließend mit einer AMG-Plakette versehen, die eine laufende Nummer und die Unterschrift des Mechanikers zeigt.

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AMG: Im Rennsport verwurzelt

Natürlich ist auch die generelle Nähe zum Rennsport geblieben. Seit vielen Jahrzehnten sind Erfolge ein steter Begleiter von AMG. Engagements in der DTM, der FIA GT oder beim Kunden-Motorsport sind Erfolgsgaranten der Marke. Seit 2012 kommen zudem Komponenten für die Formel 1 Teams aus Affalterbach. Genauso, wie das Safety Car oder das Medical Car.

Auch in Zukunft werden nicht nur Enthusiasten weiter auf die Kompetenz von AMG vertrauen. Das Unternehmen wird seine beeindruckende Historie fortsetzen und für Fans und Freunde der Marke Mercedes-Benz ein eindeutig positiv besetzter Begriff bleiben.

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