LUXURY FIRST Luxusblog

Von der Tambour-Uhr zum Porsche 911: So entstand Louis Vuitton x Singer

Aktualisiert am

Credits: Louis Vuitton

Louis Vuitton und Singer haben zwei Porsche 911 neu interpretiert – mit Tambour-Uhr, handverarbeitetem Leder, maßgefertigtem Gepäck und Mode von Nicolas Ghesquière. Was mit einer Uhr fürs Armaturenbrett begann, entwickelte sich zu einer der ungewöhnlichsten Luxus-Kooperationen des Jahres.

Die beiden Einzelstücke basieren auf Porsche 911 der Baureihe 964 und verbinden Singers Restomod-Handwerk mit den Designcodes von Louis Vuitton. Preise oder Pläne für eine Serie nennen die Partner bislang nicht.

Alles begann mit einer Louis-Vuitton-Uhr im Porsche

Der Ausgangspunkt für Louis Vuitton x Singer Porsche war überraschend klein: Louis Vuitton sollte zunächst eine mechanische Uhr für das Armaturenbrett eines von Singer neu interpretierten Porsche 911 entwickeln.

Daraus wurde schnell ein größeres Projekt. Die Uhrmacher von La Fabrique du Temps Louis Vuitton arbeiteten gemeinsam mit Singer auch an Tachometer, Drehzahlmesser und weiteren Anzeigen. Laut Singer dauerte allein die Entwicklung der Instrumente rund ein Jahr.

Die Gestaltung orientiert sich an Louis Vuittons Tambour-Uhren. Kobaltblau prägt die Anzeigen, während orangefarbene Details Akzente setzen. Die mechanische Uhr lässt sich aus dem Armaturenbrett herausnehmen und auch außerhalb des Autos verwenden.

Das Projekt blieb jedoch nicht auf das Cockpit beschränkt. Lederwaren-Spezialisten, Koffermacher, Mode- und Schuhteams von Louis Vuitton waren ebenfalls beteiligt.

Das saffranfarbene Classic Coupé trägt Louis Vuitton bis ins Detail

Beim ersten Fahrzeug handelt es sich um einen Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic auf Basis eines 964 Coupés. Die neu gefertigte Carbon-Karosserie trägt Safran, kombiniert mit Kobaltblau und Gelb.

Unter der Karosserie arbeitet ein luftgekühlter 4,0-Liter-Sechszylinder-Saugmotor. Singer kombiniert ihn mit einem manuellen Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb und Carbon-Keramik-Bremsen.

Der eigentliche Louis-Vuitton-Effekt zeigt sich im Innenraum. Naturfarbenes Leder trifft auf gelbe Nähte und das bekannte Malletage-Muster, das von den gepolsterten Innenflächen historischer Louis-Vuitton-Koffer inspiriert ist.

Selbst die Belüftungsöffnungen der Sitze bilden Monogramm-Blüten. Sonnenblenden und Kopfstützen greifen das Motiv ebenfalls auf. Viele Kunststoffteile wurden durch speziell gefertigte Metallkomponenten ersetzt.

Passendes Reisegepäck führt das Konzept außerhalb des Autos weiter. Ein Dachträger nimmt sogar Surfbrett oder Skier auf. Damit wird aus dem Restomod beinahe ein komplettes Louis-Vuitton-Reise-Set auf Rädern.

Nicolas Ghesquière gestaltet den zweiten Singer Porsche

Beim zweiten Fahrzeug übernimmt der Fashion-Aspekt noch stärker die Führung. Nicolas Ghesquière, Artistic Director der Damenkollektionen von Louis Vuitton, gestaltete das Classic Turbo Cabriolet mit.

Das weiße Cabriolet basiert ebenfalls auf der Porsche-Baureihe 964. Sein 3,8-Liter-Sechszylinder arbeitet mit Biturbo-Aufladung. Singer ergänzt ein manuelles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb, Carbon-Keramik-Bremsen und einen markanten Whale-Tail-Heckspoiler.

Ghesquière verbindet helles Leder und goldfarbene Akzente mit auffälligen Holzflächen. Die Inspiration stammt von klassischen Motorbooten. Besonders der Bereich hinter den Sitzen erinnert mit seinem lackierten Holzdeck an ein luxuriöses Runabout.

Auch kleine Fashion-Referenzen verstecken sich im Cockpit. Die Lederverkleidung des Schalthebels orientiert sich an der Louis Vuitton Noé, während die Tambour-inspirierte Uhr diesmal zentral in der Konsole sitzt.

Für den Fahrer entwarf Louis Vuitton sogar eine passende Capsule Collection. Dazu gehören unter anderem Kleidung, Handschuhe, Schuhe, Sonnenbrille und ein abgestimmter Helm. Dass das Haus solche ungewöhnlichen Kooperationen beherrscht, hat Louis Vuitton bereits in anderen Projekten gezeigt.

Zwei Porsche als komplette Louis-Vuitton-Welt

Gerade diese Details machen Louis Vuitton x Singer Porsche interessanter als ein klassisches Auto-Sondermodell. Louis Vuitton beschränkt sich nicht darauf, Farben und Monogramme auf einen Porsche zu übertragen.

Auto, Uhr, Gepäck und Kleidung werden stattdessen als zusammengehörige Designwelt behandelt. Eine Verbindung verschiedener Produktwelten kennt man auch von Porsche Design, wo Automobile, Uhren und Reisegepäck bereits gemeinsam gedacht wurden.

Das passt überraschend gut zu Singer, denn auch die kalifornische Manufaktur arbeitet nicht nach einem starren Serienprinzip. Ausgangspunkt ist jeweils ein Porsche 911 der Generation 964, der technisch und gestalterisch nach den Vorstellungen seines Besitzers neu aufgebaut wird.

Beim Classic Coupé stehen Louis Vuittons historische Reise-Codes im Mittelpunkt. Das Cabriolet trägt dagegen deutlich die Handschrift Nicolas Ghesquières und wirkt stärker wie ein Modeentwurf auf vier Rädern.

Ob daraus irgendwann ein Angebot für weitere Singer-Kunden entsteht, ist offen. Louis Vuitton und Singer haben bislang weder Preise noch eine geplante Stückzahl bekannt gegeben.

Die beiden Louis Vuitton x Singer Porsche im Vergleich

Classic Coupé Classic Turbo Cabriolet
Basis Porsche 911 Typ 964 Porsche 911 Typ 964
Motor 4,0-Liter-Saugmotor 3,8-Liter-Biturbo
Farbe Safran, Kobaltblau, Gelb Calcaire Lutétien
Design Malletage, Monogramm, Reisegepäck Holz, Gold, Nicolas Ghesquière
Besonderheit Dachträger und Reise-Set Capsule Collection und Bootsreferenzen
Die mobile Version verlassen