Der Name Maria Grazia Chiuri steht seit Jahrzehnten für eine klare Handschrift in der internationalen Luxusmode. Nach ihrer viel beachteten Zeit bei Christian Dior hat sie im Herbst 2025 einen überraschenden Schritt vollzogen: die Rückkehr zu Fendi. Seit Februar 2026 verantwortet sie dort offiziell die kreative Leitung – ein Wechsel, der die Branche nachhaltig beschäftigt.
Für die Luxuswelt markiert dieser Schritt mehr als eine Personalie. Er verbindet Herkunft, Erfahrung und strategische Neuausrichtung unter dem Dach von LVMH. Während ihre Zeit bei Dior als Ära des feministischen Diskurses in der Haute Couture gilt, steht bei Fendi nun die Frage im Raum, wie sie das römische Traditionshaus in eine neue Phase führen wird.

Von SpiritedMichelle – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, LinkVon SpiritedMichelle – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link
Maria Grazia Chiuri und ihr Weg zurück zu Fendi
Die Karriere von Maria Grazia Chiuri begann in Rom. Nach ihrer Ausbildung am Istituto Europeo di Design arbeitete sie bereits in den späten 1980er-Jahren bei Fendi. Gemeinsam mit Pierpaolo Piccioli war sie maßgeblich an der Entwicklung der ikonischen Baguette Bag beteiligt – einem Accessoire, das bis heute als Meilenstein moderner Luxus-Accessoires gilt. Diese frühe Verbindung prägt die Symbolik ihres jetzigen Wechsels.
Nach Stationen bei Valentino und ihrer Ernennung zur ersten weiblichen Kreativdirektorin von Christian Dior im Jahr 2016 schrieb sie Modegeschichte. Nun, fast ein Jahrzehnt später, kehrt sie zu jenem Haus zurück, das ihren gestalterischen Ursprung formte. Branchenbeobachter werten diesen Schritt als strategisch kluge Entscheidung innerhalb des LVMH-Konzerns, da Fendi zuletzt stärker nach einer klaren kreativen Vision suchte.
Strategische Bedeutung innerhalb von LVMH
Innerhalb des Luxuskonzerns LVMH gilt Fendi als traditionsreich, aber in seiner Markenidentität im Wandel. Die Positionierung zwischen römischer Handwerkskunst und internationaler Luxus-Dynamik verlangt nach einer starken kreativen Führung. Maria Grazia Chiuri bringt Erfahrung aus Haute Couture, Prêt-à-porter und Accessoires mit – ein Profil, das perfekt zur DNA von Fendi passt.
Ihre Ernennung folgt auf den Rücktritt von Silvia Venturini Fendi aus der operativen Kreativleitung. Damit endet eine lange Phase familiärer Führung und öffnet das Haus für eine neue Perspektive. Dass Chiuri sowohl die Geschichte des Hauses kennt als auch globale Relevanz besitzt, dürfte für Stabilität und gleichzeitig Innovation sorgen.
„Die Rückkehr von Maria Grazia Chiuri zu Fendi ist kein nostalgischer Schritt, sondern eine strategische Neujustierung. Sie kennt die Werkstätten, die Codes und die Erwartungen des internationalen Luxusmarktes.“ – Sandra, Redaktion Luxury First
Die Dior-Jahre: Feminismus, Couture und globale Sichtbarkeit
Als Maria Grazia Chiuri 2016 bei Christian Dior startete, war sie die erste Frau an der kreativen Spitze des Hauses seit der Gründung 1946. Ihre Debütkollektion für Frühjahr/Sommer 2017 sorgte weltweit für Schlagzeilen – insbesondere durch das T-Shirt mit der Aufschrift „We Should All Be Feminists“, inspiriert vom gleichnamigen Essay von Chimamanda Ngozi Adichie.
In den folgenden Jahren prägte sie Dior durch eine konsequente Verbindung von Handwerk und gesellschaftlicher Haltung. Sie arbeitete mit Künstlerinnen, Historikerinnen und Kunsthandwerkerinnen aus verschiedenen Kulturen zusammen und öffnete die Haute Couture für narrative Konzepte. Diese Phase stärkte Diors kulturelle Sichtbarkeit erheblich und brachte der Marke neue Zielgruppen.
Gleichzeitig blieb sie kommerziell erfolgreich. Accessoires, insbesondere Taschenlinien, entwickelten sich zu Umsatztreibern. Damit bewies Chiuri, dass Haltung und wirtschaftlicher Erfolg im Luxussegment keine Gegensätze sein müssen.
Erste Impulse bei Fendi: Mailänder Modewoche 2026
Ihr erstes offizielles Defilee für Fendi ist für den 25. Februar 2026 im Rahmen der Mailänder Fashion Week Herbst/Winter 2026/27 angesetzt. Damit steht die Branche vor einem der meistdiskutierten Debüts dieser Saison. Noch bevor ein Look gezeigt wurde, ist die Spannung spürbar.
Inhaltlich wird entscheidend sein, wie Maria Grazia Chiuri die römische Identität des Hauses interpretiert. Fendi steht traditionell für Lederkompetenz, Handwerk und eine starke Accessoire-DNA. Gleichzeitig bringt Chiuri Erfahrung aus der Haute Couture und eine klare gestalterische Haltung mit. Ob sie eine stärkere Rückbindung an die römischen Wurzeln oder eine internationalere, konzeptionelle Richtung wählt, bleibt offen.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte der Accessoire-Linie gelten. Da Chiuri in den späten 1980er-Jahren an der Entwicklung der Baguette Bag beteiligt war, beobachten Brancheninsider genau, ob und wie sie dieses historische Element neu aufgreifen wird. Konkrete Aussagen zur Gestaltung sind jedoch erst nach der Präsentation möglich.
„Ein Debüt dieser Größenordnung lebt von Erwartung und Projektion. Entscheidend wird sein, ob Chiuri Fendi stärker emotional auflädt oder die Marke strategisch schärft.“ – Sandra, Redaktion Luxury First
Mit diesem Auftritt entscheidet sich, wie Fendi unter ihrer Führung positioniert wird – als Bewahrerin römischer Tradition oder als Treiberin einer neuen, globalen Luxusdefinition.
Karriereüberblick von Maria Grazia Chiuri
| Zeitraum | Position | Modehaus | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| späte 1980er | Designerin Accessoires | Fendi | Mitentwicklung der Baguette Bag |
| 1999–2016 | Kreativdirektorin (mit Piccioli) | Valentino | Neuinterpretation romantischer Couture |
| 2016–2025 | Künstlerische Leiterin Damen | Christian Dior | Erste Frau an der Spitze, feministische Neuausrichtung |
| seit 2025/2026 | Kreativdirektorin | Fendi | Strategische Rückkehr, Neupositionierung |
Warum der Wechsel von Maria Grazia Chiuri die Luxusbranche prägt
Der Wechsel ist nicht isoliert zu betrachten. In einer Phase, in der viele Luxusmarken ihre kreativen Spitzen austauschen, steht Fendi nun unter besonderer Beobachtung. Chiuri bringt internationale Anerkennung, ein starkes Netzwerk und Erfahrung im Umgang mit globalen Medien mit.
Für Fendi bedeutet das eine Stärkung der Markenautorität. Die römische Identität könnte stärker betont werden, ohne die internationale Ausrichtung zu verlieren. Zudem dürfte ihre Erfahrung im Storytelling dazu beitragen, Fendi kulturell neu aufzuladen.
Für die Branche insgesamt signalisiert dieser Schritt, dass Karrierewege im Luxussegment zunehmend zirkulär verlaufen. Rückkehrerinnen mit historischer Bindung werden als Stabilitätsfaktor verstanden – insbesondere in wirtschaftlich sensiblen Zeiten.
FAQ zu Maria Grazia Chiuri und ihrem Wechsel zu Fendi
Wann hat Maria Grazia Chiuri Dior verlassen?
Sie war seit 2016 Creative Director für Women’s Haute Couture, Ready-to-Wear und Accessoires und prägte damit fast ein Jahrzehnt lang
die Damenlinie des Hauses.
Seit wann ist sie Kreativdirektorin bei Fendi?
Ihr Runway-Debüt für Fendi ist für die Milan Fashion Week im Februar 2026 angesetzt
(FW 2026/27).
Warum gilt ihre Rückkehr zu Fendi als besonders bedeutend?
Produkte wie der Baguette Bag beteiligt war. Ihre Rückkehr verbindet also Marken-DNA und
Heritage mit der globalen Erfahrung, die sie später bei Valentino und Dior aufgebaut hat.
Welche Verantwortung übernimmt sie bei Fendi?
(Prêt-à-porter, Runway-Linien und die künstlerische Ausrichtung). Damit prägt sie nicht nur Silhouetten und Produkt-Codes,
sondern auch die strategische Positionierung des Hauses im internationalen Luxussegment.
Mit Maria Grazia Chiuri steht Fendi vor einer Phase, in der Herkunft und Zukunft neu austariert werden. Ihre Rückkehr nach Rom ist kein nostalgischer Kreis, sondern ein Machtwechsel mit Signalwirkung. Am 25. Februar 2026 entscheidet sich, ob Fendi eine neue kreative Handschrift erhält – oder eine präzise geschärfte Identität, die das Haus langfristig neu definiert.




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