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Christian Dior Sauvage: Eine Duftbeschreibung des Parfums

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Eau Sauvage: Mythos und Signatur einer neuen Generation
Das Kreieren von Herrendüften gilt unter namhaften Parfümeuren weltweit bis heute als echte Herausforderung. Einer der Gründe dafür ist die relativ begrenzte Anzahl von Rohstoffen, die im Vergleich zur breiten Auswahl für feminine Varianten zur Verfügung stehen. Der andere Grund, warum diese dufte Meisterleistung nicht so leicht gelingen will, ist und bleibt „Eau Sauvage“ von Christian Dior. Dieser Herrenduft gilt bis heute als schier unerreichbare Meisterleistung auf dem hart umkämpften Gebiet der Herrenparfüms. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber allesamt eng mit seiner Entstehungsgeschichte verknüpft.

Für den überaus beliebten Duftklassiker von Christian Dior gibt es heute ein großes Portfolio an verschiedenen Eau de Toilettes, Parfums und Pflegeprodukte, die man unter anderem bei ParfumGroup zu spektakulären Preisen kaufen kann.

Grasse 1966: „Wildes Wasser“ wird aus der Taufe gehoben 
Der inzwischen legendäre Parfümeur Edmond Roudnitska (1905 bis 1996) bekam Mitte der 1960er-Jahre den Auftrag, für das Haus Dior seinen ersten Herrenduft zu kreieren, der der neuen Generation von Mann gerecht werden, aber auch das Kundensegment von Dior entsprechend um die Herren der Schöpfung erweitern sollte. Der Name der Kreation, der auf Deutsch wildes oder entfesseltes Wasser bedeutet, sollte Programm werden. Anders als dies heute meistens der Fall ist, arbeitete Edmond Roudnitska nicht für ein großes Unternehmen, sondern auf völlig eigenständiger Basis.
Er hatte 1946 gemeinsam mit seiner Frau sein Labor „Art et Parfum“ gegründet, welches er 1949 von Paris nach Cibris in der Nähe von Grasse verlegte. Diese Unabhängigkeit ermöglichte ihm größtmögliche Freiheit in seinem kreativen Schaffen. Doch die Ansprüche des Hauses Dior an seinen künftigen Signatur-Duft für eine ganze Generation von „neuen“ Männern waren hoch. Das Parfüm sollte maskulin wirken und Stärke, aber auch Sensibilität und Romantik transportieren.
Die Aufbruchstimmung der 1960er-Jahre sollte darin ebenso zum Ausdruck kommen wie die neue Sehnsucht nach Liebe, Freiheit und einer Mode, in der nichts verboten und alles erlaubt war. Dieser frische Wind, der die Politik, die Gesellschaft und den Zeitgeist dieser Epoche gehörig durcheinanderwirbelte war es letztendlich auch, der Edmond Roudnitska zu den Ingredienzien für „Eau Sauvage“ inspirierte. Die frische Brise, die das Umland von Grasse ständig umweht, tat vermutlich ihr Übriges dazu. 

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Welche Duftnoten prägen „Eau Sauvage“?
Der Anspruch, einen hauptsächlich zitrisch-frischen Herrenduft für jeden Tag und jeden Anlass zu komponieren, stand bei dessen Entstehung immer im Mittelpunkt. Die Rezeptur, die das Traditionshaus Dior letztendlich überzeugen konnte, setzt sich wie folgt zusammen:

Kopfnote: Zitrone, Bergamotte, Basilikum, Lavendel, Rosmarin, Kreuzkümmel
Herznote: Jasmin, Koriander, Rose, Sandelholz, Patschuli, Gartennelke, Iriswurzel
Basisnote: Moschus, Amber, Eichenmoos, Vetiver

Premiere 2 von 2: Hedion erobert die Welt der Düfte
Neben der Tatsache, dass „Eau Sauvage“ das erste Herrenparfüm von Christian Dior war, birgt seine Zusammensetzung noch eine weitere Premiere in der wechselhaften und abenteuerlichen Geschichte der schönen Düfte. Die natürlichen Essenzen zur Herstellung von Parfüms und Duftwässern waren nicht nur sehr teuer. Ihre Rohstoffe waren bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mengenmäßig begrenzt. Außerdem erwies sich ihre Duftkraft als nur begrenzt haltbar. Findige ChemikerInnen und Pioniergeister hatten daher bereits in den 1920er-Jahren begonnen, bestimmte Essenzen synthetisch herzustellen. Das ikonische Chanel No. 5 etwa war das erste Parfüm, welches zu 100 Prozent aus chemisch hergestellten Ingredienzien bestand. Besonders schwer machte es den Parfümeuren der wundervolle Jasmin, dessen Duft zwar im ersten Moment schwer und üppig erscheint, sich dann jedoch recht schnell verflüchtigt und sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflöst. Die Lösung für dieses Problem schien Hedion zu sein. Jedenfalls bediente sich Edmond Roudnitska dieses neuen, synthetischen Duftstoffes für „Eau Sauvage“ zum allerersten Mal. Der durchschlagende Erfolg ließ ihn dann auch für spätere Kreationen wie etwa für „Diorella“ immer wieder darauf zurückgreifen. 

Die Zeiten ändern sich – der Duft bleibt
Auch ein Klassiker muss hin und wieder zum Service. Parfüms werden inzwischen ständig abgewandelt und neu interpretiert, an der ursprünglichen Rezeptur zu schaffen macht sich bei echten Jahrhundertereignissen wie „Eau Sauvage“ aber so schnell niemand aus freien Stücken, doch dazu später mehr. Der Flakon jedenfalls ist auch heute noch sehr nahe an jenem des Originals aus dem Jahr 1966. Eine schlichte, durchsichtige Glasflasche mit eben jenen Ecken und Kanten, die auch der Duft versprüht und die Männer, die ihn tragen sollen. Das einfach gehaltene Etikett bildet den Mittelpunkt einer glänzenden Silber-Banderole. Die Aufmachung kommt dem simplen Stil des typischen Dior-Chics sehr entgegen und punktet mit geschmackvoller Dezenz. 


Reformulierung des Originals und neue Variationen
2010 schuf François Demachy, Chef der Kreativabteilung „Duft“ des Hauses Dior, eine Neuinterpretation des Kultparfüms nach seinen eigenen Vorstellungen. „Eau Sauvage Extrême“ sollte jüngeres Publikum ansprechen und dem Trend zu intensiven, opulenteren Herrendüften gerecht werden. Die Kopfnote ergänzt Grapefruit, die Herznote wird mittels Elemiharz um eine dezente Weihrauch-Note und frische Minze erweitert. In der Basisnote verblieben nur Vetiver und Patschuli vom Original. Ihnen zur Seite stellte Demachy einen Chypre-Akkord und die aromatisch-holzige Virginiazeder. Doch die echte Herausforderung sollte ein Jahr später auf den Meisterparfümeur von Dior warten.

2011 war eine leichte Kurskorrektur für „Eau Sauvage“ notwendig geworden. Über die Gründe dafür, warum die Rezepturen etablierter Parfüms mit der Zeit einer Neuzusammensetzung unterzogen werden, wurde in der Vergangenheit viel spekuliert. Die Entscheidungen über solche Vorgaben fällt die IFRA, die
„International Fragrance Association“. Einige Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs beispielsweise wie Moschus durften aus ethischen Gründen nicht mehr verwendet werden. Wieder andere Rohstoffe wie Sandelholz wurden in natürlicher Form irgendwann so knapp, dass die Formeln für Parfüms auf dieser Basis umgeschrieben werden mussten. Die natürlichen Essenzen wurden durch synthetische ersetzt. Kritische Stimmen sehen als Grund für die immer stärker praktizierte Reformulierung klassischer Düfte allerdings die Kosten als Hauptargument. Jedenfalls war es 2011 so weit, dass auch die ursprüngliche Rezeptur von „Eau Sauvage“ eine Verjüngungskur erleben musste.
Als Grund dafür gab Dior einen Engpass für einen der Hauptbestandteile an, die Bergamotte. François Demachy musste also neue Bezugsquellen für diese ausfindig machen. Es gewann schließlich die Region Kalabrien in Süditalien, genauer gesagt eine Kooperative in San Carlo, welche seitdem eine exklusive Partnerschaft mit dem Haus Dior stolz ihr Eigen nennen darf. Die klimatischen Bedingungen vor Ort boten ideale Voraussetzungen für das hohe Niveau, das Dior sich für die Grundstoffe seiner Parfüms vorstellte. Die vor Ort angewandte, schonende Extrationstechnik und die handverlesene Ernte setzten nicht nur großes Wissen voraus, sondern auch Fingerspitzengefühl und besonderen Respekt vor diesen kostbaren natürlichen Zutaten. Auch François Demachy sah sich nun vor der Herausforderung, diese neuen, besonders intensiv duftenden fruchtigen Noten in die ursprüngliche Komposition und das angedachte Gesamtbild von Edmond Roudnitska zu integrieren. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen und vor allem natürlich riechen lassen. Das Original konnte durch das „Aufpolieren“ der Rezeptur mehr Tiefe und Intensität erlangen, ohne von der ursprünglichen Zusammensetzung allzu sehr abzuweichen. 

2012 wurde die Duftfamilie der wilden Gewässer um ein weiteres Mitglied reicher. Das klassisch als Eau de Toilette konzipierte „Eau Sauvage“ wurde zum Eau de Parfum befördert. Auch hier stand der Gedanke im Fokus, eine neue Zielgruppe für den Klassiker zu begeistern. Dieser sollte nun besonders langanhaltend und vollmundiger sein, um sein typisches, charaktervolles Bouquet bestmöglich entfalten zu können. Dem Stil des Flakons hielt man die Treue. Das Duftwasser selbst hingegen schimmert moosgrün, die silberfarbene Banderole wurde durch mattes Schwarz ersetzt. 

Mit „Dior Sauvage“ erfolgte 2015 die nächste Neuinterpretation. Diese – ebenfalls von François Demachy höchstpersönlich kreierte – Version sollte auch optisch eine neue Ära einläuten. Der schlichte zylinderförmige schwarze Glasflakon mit Schattierungen von Nachtblau und Anthrazit sollte modern und einfach cool auf die angedachte Zielgruppe wirken. Dem Dufterlebnis selbst wollte Demachy nicht zu viel von seiner Originalität nehmen. Das Ergebnis war ein solider Herrenduft, der mit Papua-Vanille und Ambroxan®, einem synthetisch hergestellten Ambra, zu überzeugen verstand. 

2018 und 2019 erschienen jeweils Editionen von „Sauvage“ als Eau de Parfum.
2021 konnte mit „Sauvage Elixir“ vermutlich der vorübergehende Höhepunkt in Sachen Neuinterpretation souverän vorgelegt werden. Hoch konzentriert, eben als „Elixier“ zu verstehen, kommt die Duft-Legende mit einer geballten Ladung an holzigen Nuancen und einer dominanten Lavendel-Essenz daher. François Demachy schwebte bei dieser Komposition ein Herrenduft wie ein Likör vor, der schwer und vollmundig seinen Träger in eine mysteriöse und kraftvolle Duft-Aura hüllen sollte. Der nachtblaue Glasflakon, der die Form einer antiken Phiole hat, wirkt mystisch und modern zugleich. Die Kopfnote besticht durch Grapefruit, Zimt und Muskat. Für die Herznote wurde kostbarer Lavendel verarbeitet, der gemeinsam mit Vanille und Cumarin ein rundes, einzigartiges Dufterlebnis bildet. Die Basisnote liefert mit einem Ambra-Akkord, Lakritze, Patschuli und Vetiver einen spannenden, holzigen Akzent. 

„Eau Sauvage“: Erfolgsgeschichte ohne absehbares Ende
Ein Klassiker wie dieser ikonische Herrenduft von Dior wird niemals wirklich aus der Mode kommen. Seine Beliebtheit ist ungebrochen, und das bei Alt und Jung gleichermaßen. Selbst die Reformulierung, die viele andere Parfüms einiges an Fans gekostet hat, hat das wilde Duftwasser aus den 1960er-Jahren unerschüttert überstanden, ganz so, wie die starke Schulter, für die es einst komponiert worden war. Es befindet sich bei Dior in zahlreicher guter Gesellschaft und stellt dem unverkennbaren „Riecher“ – im wahrsten Sinne des Wortes – ein gutes Zeugnis aus, den Dior von Beginn an für seine qualitativ hochwertigen und zeitlosen Düfte hatte. Wir werden vermutlich auch von „Eau Sauvage“ noch einiges an Innovation erleben dürfen. Die Rezeptur dieses Duftklassikers jedenfalls sieht weder ein Ablaufdatum noch ein Ende seiner Erfolgsgeschichte vor. 


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