Der neue Bulova Shelby Racer sieht nicht zufällig aus wie blankes Metall. Genau das ist die Idee: Bulova hat die polierte Aluminiumkarosserie des Shelby Daytona Coupe zum Designmotiv einer Uhr gemacht. Herausgekommen ist ein 40,5-Millimeter-Chronograph mit spiegelndem Zifferblatt, 262-kHz-Quarzwerk und einer Optik, die sich deutlich von den üblichen Motorsport-Uhren absetzt.
Die auf 9.999 Exemplare limitierte Referenz 96K118 orientiert sich am Shelby 50th Anniversary Aluminum Edition Daytona Coupe. Für Deutschland ist eine UVP von 1.295 Euro angegeben, der Marktstart fällt in den September 2026. Zum Sammlerset gehören neben der Uhr ein zusätzliches braunes Lederband und ein versilbertes Daytona-Coupe-Modell im Maßstab 1:24.
Spannender als Limitierungsnummer und Cobra-Logo ist allerdings die Frage, wie konsequent Bulova das Auto tatsächlich auf die Uhr übertragen hat. Und genau dort wird der Shelby Racer interessant.
Das spiegelnde Zifferblatt greift die polierte Aluminiumkarosserie auf, die Totalisatoren erinnern an klassische Cockpitinstrumente und selbst das Edelstahlband spielt mit unterschiedlichen Oberflächen auf den Racing-Look an. Unter dem Zifferblatt arbeitet zudem kein gewöhnliches Quarzwerk, sondern Bulovas NP20 High Precision Quartz mit 262 kHz.
Die technischen Daten und den Lieferumfang führt Bulova auf der offiziellen Produktseite des Shelby Racer 96K118 auf.
Der Bulova Shelby Racer 96K118 am Handgelenk: Mit Edelstahlband, Motorsport-Optik und Cockpit-Kulisse wird die Verbindung zum Shelby Daytona Coupe besonders deutlich.
Bildrechte:
BULOVA
Quelle / Website:
https://www.bulova.com/us/en/product/96K118
Warum der Bulova Shelby Racer mehr als eine weitere Auto-Uhr ist
Uhrenmarken und Autohersteller finden regelmäßig zusammen. Oft reicht dafür eine bekannte Farbe, ein Markenlogo auf dem Zifferblatt und eine limitierte Nummer auf dem Gehäuseboden.
Beim Bulova Shelby Racer ist die Verbindung konkreter.
Ausgangspunkt ist die polierte Aluminiumoberfläche des 50th Anniversary Aluminum Edition Daytona Coupe. Genau diese Materialwirkung übernimmt Bulova mit einem silberfarbenen, stark spiegelnden Zifferblatt und einem hochglanzpolierten Edelstahlgehäuse.
Dadurch wirkt die Uhr nicht wie eine klassische Racing Edition mit Startnummern, bunten Streifen und möglichst vielen Motorsport-Symbolen. Stattdessen übersetzt sie die Oberfläche des Fahrzeugs selbst ins Uhrendesign.
Auch die Hilfszifferblätter folgen diesem Ansatz. Ihre Gestaltung erinnert an die Rundinstrumente eines klassischen Fahrzeugcockpits. Auf sechs Uhr sitzt das Cobra-Logo – sichtbar genug, um die Shelby-Verbindung klarzumachen, aber nicht als einziges Argument für die Kooperation.
Das Edelstahlband kombiniert ebenfalls unterschiedliche Oberflächen. Bulova will damit die charakteristischen Doppelstreifen des Rennsports aufnehmen. Zusätzlich liegt der Limited Edition ein gepolstertes braunes Lederband bei.
Damit verändert sich der Charakter der Uhr deutlich. Am Stahlband wirkt sie kühl und technisch, am Lederband klassischer und näher an einem traditionellen Motorsport-Chronographen.
Auch der Gehäuseboden ist Teil der Geschichte. Dort sitzt ein Glaseinsatz mit Bulova- und Daytona-Coupe-Logo. Bei einer mechanischen Uhr würde man hinter einem Sichtboden normalerweise ein dekoriertes Werk oder einen Rotor erwarten. Hier geht es nicht um Uhrmacherei als Schauspiel, sondern um die Verbindung zum Fahrzeug.
Genau deshalb funktioniert der Shelby Racer besser als viele typische Lizenzmodelle. Wer den Daytona Coupe kennt, entdeckt mehrere konkrete Anspielungen. Wer mit Shelby wenig anfangen kann, sieht trotzdem einen eigenständig gestalteten silberfarbenen Chronographen.
Wie unterschiedlich Automobil- und Uhrendesign miteinander verbunden werden können, zeigt auf Luxury-First.de auch der Porsche Design Chronograph 1 zum 911 GT3 „100 Jahre Nürburgring“. Auch dort werden konkrete Elemente des Fahrzeugs auf die Uhr übertragen.
Der Daytona Coupe ist mehr als nur die Vorlage fürs Zifferblatt
Der Shelby Daytona Coupe gehört zu den Fahrzeugen, deren Form aus einem konkreten Problem entstand.
Die offenen Cobra-Roadster waren auf schnellen europäischen Rennstrecken aerodynamisch im Nachteil. Shelby American brauchte deshalb für hohe Geschwindigkeiten eine deutlich effizientere Karosserie.
Peter Brock entwickelte das Coupé-Design für das Small-Block-Chassis. Der Wagen debütierte 1964 und wurde zu einem der bekanntesten amerikanischen Rennfahrzeuge seiner Epoche.
Shelby American dokumentiert selbst, dass die Daytona Coupes 1965 entscheidend zum Gewinn der FIA World Sportscar GT-Klasse beitrugen. Die offizielle Geschichte des Shelby Daytona Coupe bei Shelby American beschreibt außerdem die aerodynamischen Hintergründe der Entwicklung und die Rolle von Peter Brock.
Mit der Cobra-Ära verbunden sind Fahrer wie Dan Gurney, Bob Bondurant und Phil Hill. Bereits 1964 gewann ein Daytona Coupe seine Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans. 1965 folgte der internationale Titelgewinn.
Damit besitzt das Vorbild genügend eigene Geschichte. Bulova muss dem Auto keine künstliche Legende hinzufügen, um daraus eine Sammleruhr zu machen.
Für das Design der 96K118 ist allerdings nicht nur der historische Rennwagen entscheidend, sondern vor allem die moderne Aluminum Edition.
Ihre blanke, stark reflektierende Karosserie erklärt, weshalb der Shelby Racer anders aussieht als viele Motorsport-Uhren. Schwarz, Rot und Racing-Blau spielen hier praktisch keine Hauptrolle. Stattdessen dominiert Silber.
Und genau das macht die Uhr auf den ersten Blick interessant.
Die Totalisatoren führen diese Idee weiter. Sie orientieren sich an den analogen Anzeigen des Cockpits. Das funktioniert besser als aufgedruckte Rennflaggen oder Startnummern, weil die Ähnlichkeit zwischen Armaturen und Chronographen ohnehin vorhanden ist: Skalen, Zeiger und kreisförmige Anzeigen gehören zu beiden Welten.
262 kHz: Warum hier ausgerechnet Quarz interessant wird
Unter dem spiegelnden Zifferblatt arbeitet das Bulova Kaliber NP20 High Precision Quartz.
Sein Quarzoszillator arbeitet mit 262 kHz. Ein konventioneller Quarzoszillator liegt typischerweise bei 32.768 Hz. Die Frequenz des Bulova-Werks beträgt damit ungefähr das Achtfache.
Diese Hochfrequenztechnik gehört seit Jahren zu den charakteristischen technischen Merkmalen von Bulovas Precisionist-Konzept. Der Hersteller erläutert die Technik auch auf seiner deutschen Informationsseite zur Precisionist-Kollektion.
Interessant wird das Werk vor allem dort, wo man es sehen kann.
Bei der 96K118 ermöglicht es eine fließend wirkende Bewegung der entsprechenden Sekundenanzeigen. Dadurch entsteht optisch ein Eindruck, der sich deutlich vom typischen Sekundensprung vieler Quarzuhren unterscheidet.
Genau hier wird der Shelby Racer für 1.295 Euro interessanter, als das Wort „Quarzuhr“ zunächst vermuten lässt.
Bulova versucht gar nicht erst, in dieser Preisklasse mechanische Uhrmacherei zu imitieren. Stattdessen setzt die Marke auf eine technische Eigenheit, die zum Charakter der Uhr passt: hohe Frequenz, hohe Präzision und eine dynamisch wirkende Anzeige.
Das ist für eine Motorsport-Uhr schlüssiger als ein beliebiges Automatikwerk, das nur deshalb eingebaut wurde, weil Käufer in dieser Preisklasse Mechanik erwarten könnten.
Zur Ausstattung gehören außerdem entspiegeltes Saphirglas, ein 40,5 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, eine Tachymeter-Skala und eine Wasserdichtigkeit von 10 bar beziehungsweise 100 Metern.
| Merkmal | Bulova Shelby Racer 96K118 |
|---|---|
| Modell | Shelby Racer Chronograph Limited Edition |
| Referenz | 96K118 |
| Werk | Bulova NP20 High Precision Quartz |
| Frequenz | 262 kHz |
| Gehäuse | Edelstahl, hochglanzpoliert |
| Durchmesser | 40,5 mm |
| Höhe | 14,2 mm |
| Glas | Saphirglas |
| Wasserdichtigkeit | 10 bar / 100 m |
| Limitierung | 9.999 Exemplare weltweit |
| Preis in Deutschland | 1.295 Euro UVP |
| Marktstart | September 2026 |
| Lieferumfang | Edelstahlband, braunes Lederband, Sammlerbox, versilbertes 1:24-Daytona-Coupe-Modell |
Sind 1.295 Euro für den Bulova Shelby Racer nachvollziehbar?
1.295 Euro sind für eine Quarzuhr eine Ansage.
Genau deshalb lohnt sich beim Shelby Racer ein genauerer Blick darauf, was Bulova tatsächlich verkauft. Die Referenz ist nicht nur ein Chronograph mit Shelby-Logo, sondern ein vollständiges Sammlerset.
Neben der Uhr gehören ein gepolstertes braunes Lederarmband, eine spezielle Shelby-Box und ein versilbertes Modell des Daytona Coupe im Maßstab 1:24 dazu. Die weltweite Produktion ist auf 9.999 Exemplare begrenzt.
Damit richtet sich das Modell nicht ausschließlich an klassische Uhrensammler. Auch Shelby- und Automobilfans gehören offensichtlich zur Zielgruppe.
Die Limitierung allein sollte man allerdings nicht überbewerten.
9.999 Exemplare sind eine klar definierte Produktionsmenge, aber keine extrem kleine Auflage. Und eine Limitierungsnummer macht aus einer Uhr noch lange kein begehrtes Sammlerstück oder eine Wertanlage.
Welche Faktoren bei Luxusuhren für Werterhalt und Sammlerinteresse tatsächlich wichtiger sind, haben wir auf Luxury-First.de im Beitrag Luxusuhren als Wertanlage: Was lohnt sich wirklich? ausführlicher betrachtet.
Beim Shelby Racer liegt der Reiz deshalb weniger in der Zahl auf dem Papier als in der Konsequenz des Konzepts.
Saphirglas, 10 bar Wasserdichtigkeit und das Hochfrequenzwerk bilden die technische Seite. Dazu kommen das spezielle Finish, das zweite Armband, die Shelby-Kooperation und das Modellauto.
Wer für rund 1.300 Euro vor allem möglichst viel traditionelle Mechanik sucht, wird vermutlich an anderer Stelle fündig.
Wer dagegen genau diese Mischung aus Shelby-Geschichte, ungewöhnlichem Design und technisch eigenständigem Quarzwerk sucht, findet nicht besonders viele direkte Alternativen.
Auch die Größe spricht für die Uhr. Mit 40,5 Millimetern bleibt der Chronograph auf dem Papier vergleichsweise ausgewogen. Die Höhe von 14,2 Millimetern und das Gewicht von 184,4 Gramm am Edelstahlband sorgen aber dafür, dass er keineswegs zurückhaltend wirkt.
Das passt zur Oberfläche.
Eine Uhr, die blankes Aluminium zum Designmotiv erklärt, möchte ohnehin nicht unter dem Ärmel verschwinden.
Der stärkste Teil des Shelby Racer ist nicht das Cobra-Logo
Bulova und Shelby arbeiten bereits bei mehreren Chronographen zusammen. Die Referenz 96K118 ist deshalb kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer eigenen Shelby Racer Chronograph Collection.
Die aktuellen Modelle zeigt Bulova auf seiner offiziellen Shelby-Übersichtsseite.
Der Daytona-Coupe-Chronograph unterscheidet sich innerhalb dieses Umfelds vor allem durch seine Oberfläche.
Das spiegelnde Silber ist gleichzeitig seine größte Stärke und das wahrscheinlich polarisierendste Detail. Auf Produktbildern sorgt das Finish für starke Reflexionen und eine fast flüssig wirkende Metalloberfläche. Am Handgelenk wird die Uhr entsprechend Licht und Umgebung aufnehmen.
Motorsport bis ins Detail: Der Bulova Shelby Racer Chronograph wird zwischen historischen Rennsport-Fotografien, Unterlagen und Startnummern inszeniert – eine direkte Anspielung auf die Shelby-Rennsportgeschichte.
Bildrechte:
BULOVA
Quelle / Website:
https://www.bulova.com/global/collection/shelby
Genau das soll sie aber auch.
Die polierte Aluminiumkarosserie des Daytona Coupe erzeugt denselben Effekt. Würde Bulova die Uhr mattieren, würde ausgerechnet das zentrale Gestaltungsmotiv verloren gehen.
Und genau darin liegt die Stärke dieses Modells.
Eine Auto-Uhr braucht kein besonders großes Logo, wenn man ihre Herkunft bereits am Design erkennt.
Beim Shelby Racer führen mehrere Details zurück zum Daytona Coupe: die spiegelnde Oberfläche, die Cockpit-inspirierten Totalisatoren, das Racing-Streifen-Motiv des Bandes, das Cobra-Emblem und schließlich das Modellauto im Set.
Für uns ist das interessanter als die Limitierung auf 9.999 Stück. Denn eine Sammleruhr wird nicht automatisch spannend, nur weil eine Nummer auf dem Gehäuseboden steht.
Entscheidend ist, ob Gestaltung, Technik und Geschichte zusammenpassen.
Wie wichtig genau diese persönliche Auswahl gegenüber kurzfristigem Hype werden kann, zeigen wir auch in unserem Beitrag über eine Uhrensammlung abseits des Hypes.
Beim Bulova Shelby Racer funktioniert die Geschichte vor allem deshalb, weil man sie nicht erst auf der Verpackung lesen muss.
Man sieht sie der Uhr an.
Limited Edition – auf Hochglanz poliert: BULOVA SHELBY Racer Chronograph – 50th Anniversary Aluminum Edition Daytona Coupe / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/180825 /
Bildrechte:
BULOVA
Fotograf:
Satterfield Group
Ruxandra beschäftigt sich intensiv mit Mode, Luxus und zeitgenössischem Stil. Ihr besonderes Interesse gilt hochwertigen Materialien, ikonischem Design und den Marken, die den Begriff Luxus neu definieren. Sie beobachtet internationale Trends ebenso wie die Entwicklung moderner Street- und Designerlabels und verbindet dabei klassische Eleganz mit aktuellen Einflüssen aus Fashion und Kultur.