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Rolex Perpetual Padellone: Warum die neue Rolex mit Mondgesicht die Uhrenwelt spaltet

Rolex Perpetual Padellone mit eisblauem Zifferblatt, Jahreskalender und Mondphase
Die Mondphase mit menschlichem Gesicht ist das auffälligste Detail der neuen Rolex Perpetual Padellone. Quelle: Rolex

Rolex ist für Evolution statt Experimente bekannt. Doch mit der neuen Perpetual Padellone zeigt die Genfer Manufaktur plötzlich eine andere Seite: Jahreskalender, Mondphase, ein völlig neues 5-Hz-Kaliber – und ein Mond mit menschlichem Gesicht.

Genau dieses Detail sorgt seit der Vorstellung am 15. September 2026 für Diskussionen. Für die einen ist die neue Rolex charmant und ungewöhnlich, für andere wirkt das Mondgesicht zu verspielt. Dabei steckt hinter der Padellone weit mehr als eine optische Provokation.

Rolex Perpetual Padellone in Everose-Gold mit Settimo-Band und Mondphase

Die Rolex Perpetual Padellone in Everose-Gold mit Settimo-Band, Jahreskalender und Mondphase. Quelle: Rolex

Rolex überrascht mit der Perpetual Padellone

Schon der Zeitpunkt der Premiere ist ungewöhnlich. Statt auf eine der großen Uhrenmessen zu warten, präsentierte Rolex die Perpetual Padellone mitten im September. Die Uhr erweitert die Perpetual-Kollektion um einen vollständigen Jahreskalender mit Mondphase.

Angezeigt werden Stunden, Minuten und Sekunden sowie Datum, Wochentag, Monat und Mondphase. Damit zeigt Rolex eine deutlich klassischere und kompliziertere Seite als bei bekannten Sportmodellen wie Submariner, Daytona oder GMT-Master II.

Wie stark diese Modelle das heutige Rolex-Bild prägen, zeigt auch unser Überblick über die Luxus-Uhrenmodelle, die man kennen sollte.

Der Name Padellone stammt von der historischen Rolex Referenz 8171. Sammler kennen sie seit Jahrzehnten unter diesem italienischen Spitznamen, der sinngemäß „große Pfanne“ bedeutet und auf ihre für damalige Verhältnisse auffälligen Proportionen anspielte.

Die neue Padellone ist jedoch keine Kopie der historischen Uhr. Rolex greift deren Kalenderkonzept auf und übersetzt es technisch wie gestalterisch in die Gegenwart.

Warum ausgerechnet das Mondgesicht polarisiert

Bei sechs Uhr sitzt das Detail, über das derzeit besonders viel gesprochen wird: Der Mond hat ein Gesicht.

Solche anthropomorphen Monddarstellungen haben eine lange Tradition in der Uhrmacherei. Bei Rolex wirken sie trotzdem ungewohnt. Die Marke, deren moderne Modelle meist von einer sehr kontrollierten Designsprache geprägt sind, erlaubt sich hier sichtbar mehr Verspieltheit.

Rolex setzt die Mondphase entsprechend aufwendig in Szene. Die Scheibe besteht aus blauem Emaille, Voll- und Neumond werden aus Meteorit gefertigt. Beim Neumond erhält das Material zusätzlich eine dunkelblaue PVD-Beschichtung, während silberfarbene Sterne aufgedruckt werden.

Das Mondgesicht ist damit kein kleines Dekoelement, sondern einer der optischen Mittelpunkte der Uhr.

Nicht nur darüber wird diskutiert. Auch die großen arabischen Ziffern bei drei und neun Uhr, die Kalenderfenster und die Informationsfülle des Zifferblatts fallen für Rolex-Verhältnisse ungewöhnlich aus.

Gerade darin liegt der Unterschied zu den berühmten Sportmodellen. Eine Submariner lebt von sofortiger Wiedererkennbarkeit und funktionaler Klarheit. Die Padellone will entdeckt werden.

Rolex Perpetual Padellone mit eisblauem Zifferblatt, Jahreskalender und Mondphase

Die Mondphase mit menschlichem Gesicht ist das auffälligste Detail der neuen Rolex Perpetual Padellone. Quelle: Rolex

Das Vorbild stammt aus der Rolex-Geschichte

Die historische Referenz 8171 entstand um die Mitte des 20. Jahrhunderts und kombinierte einen vollständigen Kalender mit einer Mondphasenanzeige. Rolex greift für die neue Padellone mehrere ihrer charakteristischen Elemente wieder auf.

Die Mondphase sitzt erneut bei sechs Uhr, während das Datum entlang des äußeren Zifferblattrands angezeigt wird. Wochentag und Monat erscheinen in zwei Fenstern bei zwölf Uhr.

Ein zentraler blauer Zeiger mit halbmondförmiger Spitze zeigt auf das jeweilige Datum. Eine kleine gestalterische Besonderheit ist die 31 in Blau: Sie verhindert, dass 31 und die unmittelbar folgende 1 optisch ineinanderlaufen.

Damit steht die neue Padellone zwischen zwei Welten. Das Zifferblatt zitiert klassische Uhrmacherei, während Konstruktion und Werk konsequent modern sind.

Genau solche Modelle sind für Sammler interessant, die nicht nur den bekannten Rolex-Hypes folgen wollen. Welche Kriterien dabei wichtiger sein können als kurzfristige Begehrlichkeit, zeigen wir auch in unserem Ratgeber zur Uhrensammlung abseits des Hypes.

Kaliber 7190: Hier steckt die eigentliche Überraschung

So auffällig das Mondgesicht ist: Technisch ist das neue Kaliber 7190 wahrscheinlich der wichtigere Teil der Padellone.

Das automatische Manufakturwerk arbeitet mit 5 Hertz beziehungsweise 36.000 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 66 Stunden Gangreserve. Rolex nennt insgesamt 30 Patentanmeldungen rund um das Werk, zwei davon exklusiv für die Padellone.

Zum Einsatz kommt unter anderem die Dynapulse-Hemmung, ergänzt durch eine Syloxi-Spirale, Komponenten aus Hightech-Keramik und das Paraflex-Antischocksystem.

Herzstück des Kalenders ist das von Rolex Haplos genannte System. Es unterscheidet automatisch zwischen Monaten mit 30 und 31 Tagen. Um Mitternacht wechseln Datum, Wochentag und Monat gleichzeitig innerhalb eines Sekundenbruchteils.

Für Besitzer bedeutet das: Der Kalender muss regulär nur einmal pro Jahr korrigiert werden – beim Wechsel von Februar auf März.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zum ewigen Kalender. Trotz des Namens „Perpetual Padellone“ handelt es sich um einen Jahreskalender, nicht um einen ewigen Kalender. „Perpetual“ bezeichnet die Rolex-Kollektion.

Merkmal Rolex Perpetual Padellone
Kaliber Rolex 7190, Automatik
Kalender Jahreskalender mit Datum, Wochentag und Monat
Mondphase Emaillierte Scheibe mit Meteorit
Frequenz 5 Hz / 36.000 Halbschwingungen pro Stunde
Gangreserve ca. 66 Stunden
Gehäuse 39 mm, Everose-Gold oder Platin 950
Wasserdichtigkeit 50 Meter
Kalenderkorrektur einmal jährlich beim Wechsel Februar/März

Damit ist die Padellone technisch wesentlich moderner, als ihr nostalgisches Erscheinungsbild vermuten lässt.

Everose-Gold oder Platin: drei Varianten zum Start

Rolex bringt die Perpetual Padellone zunächst in drei Konfigurationen auf Basis der Referenzen 53505 und 53506. Alle besitzen ein 39 Millimeter großes Gehäuse, eine bombiert-geriffelte Lünette und einen Saphirglasboden mit Blick auf das Kaliber 7190.

Die Referenz 53505 besteht aus 18 Karat Everose-Gold und kombiniert ein tiefweißes, gekörntes Zifferblatt entweder mit einem mattbraunen Alligatorlederband oder dem siebenreihigen Settimo-Band aus Everose-Gold.

Die Referenz 53506 besteht aus Platin 950. Ihr eisblaues Zifferblatt trifft auf ein mattschwarzes Alligatorlederband und verleiht der Uhr einen deutlich kühleren Auftritt.

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Rolex Perpetual Padellone in Platin mit eisblauem Zifferblatt und schwarzem Alligatorlederband

Die Rolex Perpetual Padellone in Platin 950 kombiniert das eisblaue Zifferblatt mit einem schwarzen Alligatorlederband. Quelle: Rolex

*Zum Zeitpunkt der Vorstellung genannte Schweizer Listenpreise.

Ausführung Gehäuse Zifferblatt Armband Preis Schweiz*
Ref. 53505 Everose-Gold Tiefweiß Alligatorleder 52.500 CHF
Ref. 53506 Platin 950 Eisblau Alligatorleder 59.000 CHF
Ref. 53505 Everose-Gold Tiefweiß Settimo-Band 64.800 CHF

Mit diesen Preisen bewegt sich die Padellone in einem Bereich, in dem Käufer längst auch komplizierte Uhren anderer traditionsreicher Manufakturen vergleichen können. Wer Luxusuhren stärker unter dem Gesichtspunkt von Sammlerwert und Werterhalt betrachtet, findet dazu unsere ausführliche Einordnung zu Luxusuhren als Wertanlage.

Auch das Material spielt dabei eine Rolle: Warum der Wert einer Golduhr keineswegs nur vom Edelmetall abhängt, erklären wir in unserem Beitrag über das Wertverhalten von Luxusuhren mit Goldgehäuse.

Vielleicht muss diese Rolex gar nicht jedem gefallen

Die Padellone fällt vor allem deshalb auf, weil Rolex über Jahrzehnte eine extrem konsistente Designsprache aufgebaut hat. Schon kleine Veränderungen an bekannten Modellen sorgen regelmäßig für Diskussionen.

Hier geht die Marke deutlich weiter: Kalenderfenster, Zeigerdatum, große arabische Ziffern, Mondphase – und ein lächelnder Mond.

Ob das elegant oder zu verspielt wirkt, bleibt Geschmackssache. Interessanter ist, dass Rolex überhaupt bereit ist, bei einem hochpreisigen neuen Modell so deutlich vom gewohnten Erfolgsrezept abzuweichen.

Für Sammler könnte genau das den Reiz ausmachen. Die Rolex Perpetual Padellone ist keine weitere Variante eines etablierten Bestsellers, sondern eine technisch moderne Rückkehr zu einem weniger bekannten Kapitel der Markengeschichte.

Und das Mondgesicht? Darüber wird vermutlich noch lange diskutiert. Übersehen kann man es jedenfalls nicht.

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