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Ferrari, Mercedes und Millionen-Auktionen: Der Concours of Elegance Germany 2026 lockte Sammler an den Tegernsee

Veröffentlicht am
Concours of Elegance Germany 2026

Der Concours of Elegance Germany 2026 lockte Sammler an den Tegernsee. Luxus-Autos und Events im Mittelpunkt.

Am Tegernsee lag am vergangenen Wochenende Luxus in der Luft.

Ich habe in den vergangenen Jahren viele Veranstaltungen besucht, auf denen außergewöhnliche Automobile im Mittelpunkt standen. Manche leben von spektakulären Premieren, andere von ihrer Größe oder der Zahl prominenter Gäste. Der Concours of Elegance Germany verfolgt einen anderen Ansatz. Schon nach den ersten Minuten auf Gut Kaltenbrunn hatte ich das Gefühl, der Gelassenheit.  Sie hat das gesamte Wochenende geprägt und die Veranstaltung deutlich verwandelt, dass sie sich deutlich von vielen anderen Formaten im Luxussegment unterscheidet.

Gut Kaltenbrunn trägt seinen Teil dazu bei. Das historische Anwesen oberhalb des Tegernsees wirkt nicht wie ein Veranstaltungsort, der für zwei Tage dekoriert wurde. Vielmehr entsteht der Eindruck, als würden die Automobile genau dorthin gehören. Die Fahrzeuge verteilen sich über das gesamte Gelände, stehen vor den Gebäuden, im Innenhof oder auf den weitläufigen Flächen hinter dem Gut. Wer hier unterwegs ist, folgt keinem festen Rundgang. Man entdeckt das Wochenende Schritt für Schritt, bleibt stehen, wenn ein Fahrzeug die Aufmerksamkeit auf sich zieht, oder weil sich gerade ein interessantes Gespräch entwickelt hat.

Genau darin liegt für mich der größte Unterschied zu vielen anderen Veranstaltungen. Niemand hetzt zum nächsten Programmpunkt, niemand versucht innerhalb weniger Stunden möglichst viele Highlights mitzunehmen. Ich habe mich irgendwann dabei ertappt, dass ich längst aufgehört hatte, gezielt nach bestimmten Fahrzeugen zu suchen. Stattdessen ließ ich mich treiben und merkte schnell, dass die spannendsten Momente oft dort entstehen, wo sie nicht angekündigt werden.

Ein Treffpunkt für Sammler, Marken und Menschen mit Anspruch

Natürlich standen außergewöhnliche Automobile im Mittelpunkt. Schließlich kommt man nicht jeden Tag an einem Bentley aus den Zwanzigerjahren, einem Ferrari Daytona, einem Lamborghini Countach oder einem Mercedes-Benz 300 SL vorbei. Trotzdem hatte ich während des gesamten Wochenendes nie den Eindruck, auf einer klassischen Automobilausstellung unterwegs zu sein.

Viel interessanter fand ich die Menschen, die sich hier begegneten. Sammler diskutierten mit Restauratoren über Originalität, Besitzer erzählten bereitwillig die Geschichte ihrer Fahrzeuge und Besucher stellten Fragen, die weit über technische Daten hinausgingen. Es wurde über Karosseriebauer gesprochen, über historische Dokumentationen, über seltene Ausstattungen und über Fahrzeuge, die seit Jahrzehnten in Familienbesitz sind. Genau diese Gespräche verleihen einem Concours seinen eigentlichen Wert, denn sie zeigen, dass hinter jedem Automobil immer auch Menschen stehen, die einen Teil ihrer Zeit, ihrer Leidenschaft und oft auch ihres Lebens in dessen Erhalt investieren.

Während ich über das Gelände lief, wurde mir außerdem bewusst, wie international dieses Publikum inzwischen geworden ist. Man hörte Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch, begegnete Sammlern aus unterschiedlichen Ländern und merkte schnell, dass sich der Concours längst einen festen Platz im europäischen Veranstaltungskalender erarbeitet hat. Das liegt nicht nur allein an den Fahrzeugen. Es liegt an der Art, wie dieses Wochenende organisiert wird und welche Menschen es anzieht.

Luxus zeigt heute viele Facetten

Vielleicht hat mich genau deshalb die Mischung der Marken vor Ort so überzeugt. Der Concours versteht sich längst nicht mehr ausschließlich als Bühne für historische Automobile. Wer aufmerksam über das Gelände läuft, erkennt schnell, wie unterschiedlich Luxus heute interpretiert werden kann.

Ferrari Emil Frey Sportivo präsentierte aktuelle Sportwagen und schlug damit die Brücke zwischen automobiler Geschichte und moderner Performance. Wenige Schritte weiter zeigte Lamborghini München, wie sich italienisches Design und kompromisslose Technik bis heute weiterentwickelt haben. Brabus setzte einen ganz eigenen Akzent und machte deutlich, dass Individualisierung längst zu einem festen Bestandteil des Premiumsegments geworden ist. Schaltkulisse wiederum brachte eine Perspektive ein, die besonders gut zu dieser Veranstaltung passte. Unser Gespräch drehte sich nicht um Verkaufszahlen oder Neuheiten, sondern um Sammlerfahrzeuge, Originalität und die Entwicklung eines Marktes, der in den vergangenen Jahren international enorm an Bedeutung gewonnen hat.

Ich mag genau diese Gespräche, weil sie zeigen, dass Luxus nicht bei einem Produkt beginnt. Er beginnt dort, wo Menschen bereit sind, sich intensiv mit Qualität, Herkunft und Handwerk auseinanderzusetzen. Genau diese Haltung war während des gesamten Wochenendes spürbar und verband Marken, Sammler und Besucher auf eine Weise, die erstaunlich selbstverständlich wirkte.

Noch deutlicher wurde das bei Falconeri und Lengling Munich. Auf den ersten Blick könnten beide Marken kaum weiter von einem solchen Event entfernt sein. Nach wenigen Minuten Gespräch stellte sich jedoch heraus, dass dieselben Werte im Mittelpunkt stehen. Bei Falconeri ging es um Materialien, Verarbeitung und den Anspruch, Produkte zu schaffen, die weit über kurzlebige Trends hinaus Bestand haben. Am Stand von Lengling Munich entwickelte sich eines der interessantesten Gespräche des Tages. Ausgangspunkt waren exklusive Düfte, wenige Minuten später unterhielten wir uns über Handwerk, Manufakturen und darüber, weshalb Produkte mit Charakter Menschen oft ein Leben lang begleiten. Genau solche Begegnungen bleiben am Ende länger im Gedächtnis als jede Liste ausgestellter Fahrzeuge.

Wenn der Markt seinen Wert bestätigt

Ein Concours lebt von seinen Fahrzeugen. Ein internationaler Concours zeigt sich allerdings erst dann in seiner ganzen Bedeutung, wenn sich auch der Markt bewegt. Genau das war am Tegernsee zu beobachten.

Mit RM Sotheby’s war eines der renommiertesten Auktionshäuser der Welt erneut Teil des Wochenendes und machte deutlich, welchen Stellenwert der Concours of Elegance Germany inzwischen erreicht hat. Während draußen Besucher zwischen Vorkriegs-Klassikern, italienischen Sportwagen und eleganten Cabriolets unterwegs waren, wechselten nur wenige Meter entfernt Automobile den Besitzer, die selbst erfahrene Sammler nur selten auf einer Auktion sehen.

Als später die Ergebnisse veröffentlicht wurden, musste ich die Zahlen zweimal lesen. Rund 10,5 Millionen Euro Gesamtumsatz, eine Verkaufsquote von 91 Prozent und ein Ferrari 599XX Evo, der für 2.536.250 Euro versteigert wurde, sprechen eine klare Sprache. Hinzu kamen ein Ferrari 812 Competizione, der 1.467.500 Euro erzielte, sowie ein Porsche Carrera GT, der für 1.445.000 Euro den Besitzer wechselte. Solche Ergebnisse entstehen nicht zufällig. Sie zeigen, dass der internationale Sammlermarkt den Tegernsee längst auf dem Radar hat.

Mich faszinierte allerdings weniger die Summe als der Gedanke dahinter. Während draußen Menschen entspannt über das Gelände schlenderten, im Biergarten zusammensaßen oder sich mit Besitzern über die Geschichte einzelner Fahrzeuge austauschten, wurden im Auktionssaal automobile Ikonen gehandelt, die für viele Sammler den Höhepunkt einer Sammlung darstellen. Genau diese Verbindung aus Leidenschaft und Markt macht den Concours heute so spannend. Er ist längst mehr als eine Ausstellung. Er ist Treffpunkt, Handelsplatz und Netzwerk zugleich.

Die nächste Generation übernimmt das Steuer

Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist, war der Blick in die Zukunft. Viele Veranstaltungen dieser Art konzentrieren sich fast ausschließlich auf etablierte Sammler. Am Tegernsee war das anders.

Mit dem Emerging Collectors Concours bekamen junge Sammler eine Bühne, auf der nicht allein der Wert eines Fahrzeugs im Mittelpunkt stand, sondern die Geschichte dahinter. Zehn außergewöhnliche Automobile, präsentiert von einer Generation, die den klassischen Automobilmarkt in den kommenden Jahrzehnten mitprägen wird, sorgten für genau die Impulse, die ein Concours heute braucht.

Ebenso selbstverständlich fügte sich der Ladies‘ Concours in das Wochenende ein. Zehn außergewöhnliche Automobile aus Frauenhand, vom Austin-Healey bis zum Ferrari Daytona, machten deutlich, dass sich die Sammlerszene längst verändert hat. Was früher oft als Männerdomäne wahrgenommen wurde, zeigt heute ein deutlich vielfältigeres Bild. Genau diese Entwicklung passt zum Concours of Elegance Germany, der sich nicht über Tradition definiert, sondern über die Fähigkeit, Tradition weiterzuentwickeln.

Ich habe mehrere Gespräche mit Besucherinnen geführt, die genau diesen Punkt angesprochen haben. Es ging nicht darum, wer ein Fahrzeug besitzt, sondern warum man sich ausgerechnet für dieses Modell entschieden hat. Die Antworten waren erstaunlich unterschiedlich und genau deshalb interessant. Manche erzählten von Familiengeschichten, andere von einem lang gehegten Traum oder von der Suche nach einem Fahrzeug, das sie seit Jahren begleitet. Solche Geschichten machen aus einem Automobil weit mehr als ein Sammlerstück.

Zwischen Vesperplatte und V12

Nach einigen Stunden auf dem Gelände wurde der Biergarten fast automatisch zum Treffpunkt. Hier setzte sich genau das fort, was den gesamten Tag geprägt hatte. Gespräche wechselten mühelos vom letzten Auktionslos zu historischen Karosseriebauern, von aktuellen Ferrari-Modellen zu den besten Straßen rund um den Tegernsee oder zu den Plänen für den nächsten Concours.

Wir entschieden uns für die Vesperplatte und saßen länger dort, als ursprünglich geplant. Genau das beschreibt dieses Wochenende wahrscheinlich besser als jede Fahrzeugliste. Niemand hatte das Gefühl, etwas zu verpassen. Das Event wurde nicht durch einen eng getakteten Ablauf dominiert, sondern über Begegnungen. Wer sich Zeit nahm, nahm am Ende meist mehr mit nach Hause als ein paar gelungene Fotos.

Mir gefiel besonders, dass sich an den Tischen Besucher, Partner, Sammler und Aussteller ganz selbstverständlich mischten. Niemand zog sich in einen separaten Bereich zurück. Genau dadurch entstanden Gespräche, die man auf anderen Veranstaltungen häufig vermisst.

Warum der Tegernsee längst zur internationalen Adresse geworden ist

Als ich Gut Kaltenbrunn am Sonntagnachmittag verließ, fiel mein Blick noch einmal über das Gelände. Einige Fahrzeuge standen noch an ihrem Platz, Besucher unterhielten sich vor den historischen Gebäuden und aus dem Biergarten klangen Gespräche herüber, die vermutlich noch eine ganze Weile weitergehen würden.

Ich musste an den Beginn des Wochenendes denken. Eigentlich war ich gekommen, um außergewöhnliche Automobile zu sehen. Nach zwei Tagen nahm ich deutlich mehr mit. Gespräche mit Menschen, die ihre Leidenschaft ohne große Worte leben. Begegnungen mit Marken wie Ferrari Emil Frey Sportivo, Lamborghini München, Brabus, Falconeri, Lengling Munich und Schaltkulisse, die jede auf ihre Weise zeigen, wie unterschiedlich Luxus heute verstanden werden kann. Und die Erkenntnis, dass ein Concours längst nicht mehr nur ein Treffen für Sammler ist.

Der Concours of Elegance Germany hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einer Veranstaltung entwickelt, die weit über Deutschland hinaus Aufmerksamkeit erzeugt. Dafür sorgen außergewöhnliche Automobile ebenso wie die internationale Auktion von RM Sotheby’s, die Qualität der Aussteller und ein Veranstaltungsort, der diesem Wochenende eine Identität verleiht, die sich nicht kopieren lässt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich im kommenden Jahr wieder nach Gut Kaltenbrunn fahren werde. Nicht, weil ich jede Fahrzeugliste auswendig lernen möchte, sondern weil Veranstaltungen wie diese zeigen, dass echter Luxus in der Ruhe zu Hause ist. Er zeigt sich dort, wo Qualität, Leidenschaft und Zeit zusammentreffen – und genau das habe ich am Tegernsee erlebt.

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