Theresia Gartenhotel Öko-Hotel

Theresia Gartenhotel
Für unseren neuen Luxushotel-Test und die damit verbundene Hotebewertung zog es uns ins Theresia Gartenhotel im Salzburger Land in Österreich.
Eingebettet in das Tal in Saalbach und umgeben von mehr als 400km Wanderwegen, führt die Familie Brettermaier bereits in dritter Generation das einzigartige Hotel.
Was vor 70 Jahren von Großmutter Brettermeier als einfache Land- und Gastwirtschaft in Hinterglemm begann, wurde nun von den Enkeln zu einem ganz besonderen 4-Sterne-Luxus-Haus weiterentwickelt, in dem sich moderne Kunst, Design und Tradition zu einer harmonischen Einheit verbinden.
Das Theresia Gartenhotel ist nicht nur einfach ein Hotel, sondern es schließt in sein Konzept alle Bereiche des Lebens ein, auch über die Art und Weise wie das Hotel geführt wird.
Zusammen mit dem Wiener Architekten Gustav Pichelmann, der unter anderem für Helmut Lang und L´Oréal auf aller Welt Markenshops gestaltet, entwickelte die Familie Brettermeier das Konzept der Kreuzung von alpenländischer Tradition und Gemütlichkeit mit modernen Formen und Flächen. Gerade diese fein abgestimmte Mischung, macht das Gartenhotel Theresia zu einem ganz besonderen Ort.
Während traditionelle Berghotels den modernen Großstädter schon einmal mit einer allzu dick aufgetragenen Portion Folklore überfordern können und andere Hotels, die zu stark auf moderne Architektur setzen, eher wie kühle, deplatzierte Businesshotels und Fremdkörper in den traditionellen Bergdörfern wirken, schafft Gustav Pichelmann hier sehr elegant die Modernisierung der Tradition und wird damit den Anforderungen moderner und international bereister Gäste gerecht.

Die Harmonie zwischen Tradition und Moderne wird vor allem durch den geschickten Einsatz von regionalen Materialien erreicht. Wo immer man sich im Hotel bewegt, spürt man durch die eingesetzten Materialien die Verbundenheit zu den Elementen. Es sind Schiefer- und andere Steinflächen, die den Fels und das Gebirge repräsentieren, großzügige Holzeinbauten und Fassadenelemente binden den Wald mit in das Konzept ein und auch Wasser und Licht sind sehr fein ausgesteuert.
Abgerundet wird dieses architektonische Konzept von der Kunstleidenschaft der Eigentümer. So sind im Hotel und auch im Außenbereich schöne Malereien, Fotografien aber auch Skulpturen, ausgestellt und im Kellerbereich führt Frau Brettermeier auf Wunsch durch die Sammlung an moderner Kunst in der Galerie des Hotels.
Aber auch in anderen Bereichen geht das Hotel neue Wege. Besonders zu erwähnen ist hier die ökologische Herangehensweise an den Hotelbetrieb. Der gesamte Betrieb ist umweltbewusst optimiert und inzwischen sogar bio-zertifiziert, weil auch über die Küche hinaus naturverbunden und umweltbewusst gearbeitet wird. Müllvermeidung, ressourcenschonender Energieverbrauch, beispielsweise mittels Beheizung der Quellwasserpools durch Wärmerückgewinnung aus der Abluft, sind hier beispielhaft zu erwähnen.
Auch der nach Feng-Shui-Kriterien angelegte Rosengarten oder das eigens angelegte Biotop, sowie die reichhaltigen Sport und Erholungsangebote zeugen davon, daß hier aus Überzeugung gehandelt wird und nicht aus Marketingkalkül.
Auch die Betreuung durch das Personal ist sehr herzlich. An der Rezeption erwartete man uns bereits und hatte eine kleine Aufmerksamkeit für die Kinder vorbereitet.

Das Publikum ist international und weltoffen, ein Faktor der sehr erfrischend bei einem Bergurlaub ist, wenn man sich inmitten von Feinschmeckern aus ganz Europa wähnt. Hier ist besonders hervorzuheben, daß der Chef de Rang wirklich in erstklassiger Weise auf die Bedürfnisse und Eigenarten der unterschiedlichen Nationalitäten eingehen kann und mit Leichtigkeit in den unterschiedlichsten Sprachen kommuniziert.
Auch wenn beim abendlichen Mehrgangdinner die jüngeren Servicekräfte zeitweilig etwas konfus und überfordert wirkten, ist es die Herzlichkeit und Freundlichkeit, mit der den Gästen und vor allem den Kindern begegnet wird, die hier den Gast die ein oder andere Nachlässigkeit übersehen lassen.
Die Küche des Küchenchefs Harald Kühn kann sich bereits über diverse Auszeichnungen freuen und so schaffte es das Theresia Gartenhotel auf Platz drei der Bestenliste des Gault Millau der 10 besten Wellnesshotels in Österreich und auch auf die „Grüne Haube“ für eine gesundheitsbewusste Naturküche, hat Kühn schon für das Theresia gewonnen.
Im Salzburger Land gibt es die größte Dichte an Biobauern innerhalb der EU, dem fast 50 % aller Bauern bewirtschaften ihre Wiesen und Felder biologisch bzw. erzeugen ihre Produkte wie Fleisch, Milch, Gemüse, Obst und Getreide nach den strengen Richtlinien der EU-Bioverordnung. Die Lieferanten von Harald Kühns Küche, etwa der Bio-Imker oder die Käserei, stehen auf dem Ausflugsprogramm vieler Hotelgäste.
So findet man beim Frühstück wirklich alles was das Herz begehrt, von warmen regionalen Kleinigkeiten, wie Leberkäse oder Weißwürste, Marmeladen und Biohonig aus der Wabe, diverse Cerealien und Früchte, sowie einen Koch, der Omelettes oder Eier nach Wunsch bereitet.
Über den ganzen Tag stehen biologische Säfte, wie z.B. Hollunder-Zitronensaft zur Verfügung.
Für den Mittagstisch wird ein Buffet geboten, dass neben einem Salat-Buffet eine Suppe und zwei einfache, warme Hauptgerichte bietet, wovon eines nach biologischer Vollwertkost ausgerichtet ist.
Die Gerichte sind mit guten Zutaten frisch zubereitet, jedoch darf man hier keine großen kulinarischen Highlights erwarten, wobei aber der Gemüsestrudel besonders gut gelungen war und auch die Vollkornnudeln mit Pilzen sehr gut gelungen sind, da gerade Vollkornnudeln selten über den richtigen Biss verfügen, was man hier aber gut geschafft hatte.

Einzig die Vollkornspätzle sind wohl eher nur etwas für eingefleischte Vollwertkostprofis.
Ab dem Mittag steht für alle Gäste dann auch ein Eisbuffet bereit, welches sich besonders bei den Kindern großer Beliebtheit erfreut. Beim Eis wird allerdings der Standard des Hotels nicht wirklich gehalten, den Kindern schmeckte es aber trotzdem wunderbar.
Nachmittags wird ein Kuchenbuffet serviert, welches verschiedene Sorten Gebäck bereithält und in angenehm kleine Stücke aufgeteilt ist, so dass man auch mehrere dieser kleinen Köstlichkeiten probieren kann, ohne gleich die Kalorienbilanz des Tages komplett umzuwerfen.
Das wahre Highlight aus kulinarischer Sicht ist jedoch das Abendessen. Hier kann der Gast bereits am Morgen eines Tages aus diversen Menüempfehlungen wählen, wobei jeden Tag mehrere Fünfgangmenüs geboten werden, wobei das Salatbuffet und Käsebuffet in den Gängen enthalten sind.
Es werden ein biologisch-vegetarisches Vollwertmenü, ein Slow-Food-Menü mit regionaler Küche und zwei Hauptmenüs angeboten, unter denen man sich auch einzelne Gerichte aus verschiedenen Menüs miteinander kombinieren kann.
Nicht verzichten sollte man im Theresia auf den Wein. Eine fair bepreiste Weinkarte mit einem starkem Angebot von regionalen Weinen wartet darauf durchprobiert zu werden, aber auch die bekannten Franzosen und ein paar Australier und Exoten sind auf der Karte zu finden, die aber zumeist von den Österreichern übertroffen werden. Auch die Hausweine sind mit Preisen von € 4,40 bis 5,10 für den Viertelliter unbedingt zu empfehlen.
Damit das gute Essen nicht auf die Figur schlägt, sollte man sich den Sportangeboten im Theresia Gartenhotel widmen. Zum einen gibt es für Familien mit Kindern Kinderwagen und Kindertragen kostenlos zu leihen, wenn man z.B. mit den Kindern auf dem Rücken die Berge erklimmen will, aber auch kinderwagentaugliche Panoramawege sind vorhanden.
Wer selbst wandern geht und die Umgebung erkunden will, sollte unbedingt darauf achten, die Joker-Card mitzunehmen, die man kostenlos vom Hotel bekommt. Mit den Jokercard bekommt man unzählige Leistungen im Saalbachtal kostenlos oder vergünstigt. So kann man z.B. alle Liftanlagen kostenlos benutzen, hat freien Eintritt in die Schwimmbäder und kann kostenlose Bergführungen besuchen.

Das Theresia bietet aber auch täglich ein reichhaltiges Sportprogramm mit Nordic Walking, Wanderungen, Fahrradtouren, dem i-health“-Medical Wellness check up nach der 5 Elemente Lehre und noch vieles mehr.
Auch ein erstklassig ausgestatteter Fitnessraum steht zur Verfügung. Der Raum ist großzügig und lichtdurchflutet und bietet einen tollen Blick in die Berge. Wer lieber nebenbei Fernsehen schauen möchte, kann dies über die Bildschirme tun, die in die modernen Technogym-Geräte eingebaut sind. Neben Laufbändern, Steppern, Rudergeräten und Fahrrädern sind auch ein paar Freihanteln vorhanden, so dass man sich rundum auspowern kann.
Die Kinder können im Kinderclub mit anderen Kindern an Aktivitäten teilnehmen oder unter Aufsicht spielen. So gewinnen die Eltern auch etwas Freizeit, um sich zu entspannen oder eine Wellnessbehandlung zu geniessen.
Der Wellnessbereich ist sehr modern und hochwertig gestaltet und bietet diverse Saunen, ein Solarium und ein Schwimmbad. Als persönliches Highlight empfand ich einen „Erfrischungsraum“, den man beispielsweise nach der Sauna aufsuchen kann. Dort tröpfelt Wasser durch eine Konstruktion von Kiefer und anderen Hölzern, wodurch ein Geruch und Raumklima erzeugt wird, was an warmen Sommerregen im Wald erinnert.
Ebenfalls ein kleiner Geheimtipp sind die kleinen privaten Ruhezonen, die in den Berghang hinter dem Pool integriert sind. Dort kann man auf verschiedenen Ebenen ganz für sich auf Liegestühlen platz nehmen und hat einen besseren Blick in die Berge und ist noch etwas ungestörter als am Pool. Auf einigen dieser Ebenen sind auch Spielgeräte und ein Sandkasten eingebaut, so dass man dort ganz privat wie in einem kleinen Berggarten mit seiner Familie die Zeit genießen kann. Ganz oben am Hang gibt es sogar einen kleinen abgetrennten Bereich für FFK-Freunde.
Interessant ist, dass es an der Poolanlage nicht den sonst weit verbreiteten „Liegenreservierungskrieg“ gibt, bei dem die Liegen am Pool schon morgens von den Gästen durch Auflegen von Handtüchern reserviert werden. Ein absolutes Zeichen für die Klasse auch beim Publikum.

Wenn es am Pool und in diesen Zonen aus Servicepersonal gäbe, bei dem man Getränke oder andere Kleinigkeiten ordern kann, dann wäre dieses Konzept noch stimmiger.
Wir waren ja zunächst etwas skeptisch, da wir sonst nur zum Wintersport in den Bergen waren und im Sommer eher das Meer bevorzugen. Nach diesem Erlebnis können wir aber Bergurlaub nur wärmstens empfehlen.
Das reichhaltige Sportangebot, die erstklassige, regionale Küche und die spektakulären Blicke und Wanderungen auf den Panoramawegen, kann ein Strandurlaub so nicht bieten und eine Abkühlung in einem See oder am Pool ist in den Bergen genau so erfrischend.

Und für Sportler sei noch erwähnt, daß man seine Sportergebnisse nicht unwesentlich verbessert, nach ein paar Tagen Höhentraining. Für uns reichte es für eine neue persönliche Bestzeit beim 10km-Lauf.

Übrigens wird man auch nach dem Aufenthalt noch weiter umsorgt und kann auf den Seiten von Twitter oder auch als Fan des Hotels bei Facebook weiter mit dem Geschehen in Verbindung bleiben und verpasst so auch nicht die Sonderangebote, die es dort von Zeit zu Zeit angekündigt gibt.

Zu guter letzt möchten wir der Familie Brettermeier und dem Theresia-Team für die herzliche und fürsorgliche Betreuung bedanken und hoffen, dass sie den Weg der modernisierten Tradition und des Hotelbetriebs mit verantwortungsvollem, ökologischen Konzept weiter so erfolgreich beschreiten.

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