Bereits seit einigen Jahren tobt eine Art Machtkampf zwischen dem französischen Traditionsunternehmen Hermès und dem Luxusgüterkonzern LVMH, zu dem zahlreiche Nobelmarken wie zum Beispiel Givenchy oder Louis Vuitton gehören. Die Familie Hermès bangt nach eigenen Angaben um ihre Unabhängigkeit und hat daher nun Klage gegen LVMH eingereicht. Die Gegenklage ließ natürlich nicht lange auf sich warten.
Hielt LVMH vorher nur fünf Prozent an Hermès, so wurde der Anteil im Jahr 2010 trotz Widerstand der Familie erhöht. Inzwischen hält der Luxusgüterkonzern 22,28 Prozent, während die Familie Hermès 72 Prozent der Anteile innehat. Der Rest der Anteile wird frei gehandelt. Die Familie hat nun Angst, dass der Luxusgüterkonzern das Traditionsunternehmen immer weiter schluckt. Aus diesem Grund wurde bereits von Hermès eine Holding gegründet, die 50 Prozent der Firma hält und eine feindliche Übernahme verhindern soll.
In der aktuellen Klage wirft Hermès LVMH „Insidergeschäfte“ und „Kursmanipulationen“ vor. Der Konzern schlägt zurück und hat ebenfalls eine Anzeige wegen „Erpressung, falscher Anschuldigungen und unlauterem Wettbewerb“ angekündigt. Aktuell prüfe die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt.
Im weiteren Kontext zeigt sich, dass Konflikte im Luxussegment nicht nur strategische Beteiligungen und Unternehmensstrukturen betreffen. Auch andere Bereiche der Branche geraten zunehmend in den Fokus regulatorischer und öffentlicher Diskussionen – etwa dann, wenn es um Marketing, Zielgruppenansprache und die Verantwortung großer Marken gegenüber sensiblen Verbrauchergruppen geht.




Keine Kommentare