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Krypto-Kunst und wahrer Luxus: Interview mit Prof. Julia Finkeissen

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Sie ist eine Powerfrau wie sie im Buche steht: Prof. Julia Finkeissen ist diplomierte Volkswirtin, 7-fache Mutter und hat sich dem Stiftungsgedanken verschrieben. Mit ihrer Galerie Vioventi vereint sie Kunstberatung und Künstlervertretung für zeitgenössische Kunst. Wir sprachen mit Frau Prof. Finkeissen über ihr Verständnis von Luxus, über Krypto Kunst und ihre Projekte für das kommende Jahr:

Was bedeutet für Sie persönlich echter Luxus?

Mein größter Luxus ist Zeit in der Natur. Sei es alleine, mit meinen Hunden oder meiner Familie. Ich liebe es, laufen zu gehen. Es macht meinen Kopf frei und lässt mich die Dinge durchdenken und strukturieren, die gerade meinen Alltag bestimmen. Ich höre dem Wald zu, schaue den Vögeln nach und beobachte den Himmel. Das gibt meinem Leben eine große Klarheit. Daneben macht mich Zeit mit meinen sieben Kindern und Freunden, guten Gesprächen und einem Essen bei mir zu Hause am Starnberger See oder in Kitzbühel glücklich

Welchen Luxus sollten wir uns alle von Zeit zu Zeit gönnen?

Mit sich selbst ins Gespräch gehen. Fühlen, was einen wirklich motiviert, beschäftigt, antreibt. In sich selbst hineinhorchen. Familie und Freunden zuhören. Wie geht es den Menschen in meinem Umfeld? Was beschäftigt sie? Für mich viel spannender als der Krimi oder die Romanze im Fernsehen.

Welchen „Luxus-Artikel“ tragen Sie immer bei sich?

Ich liebe meine retro Boucheron Reflet-Uhr. Sie begleitet mich seit langer Zeit. Ich fand diese Uhr sehr lange wunderschön bevor ich sie mir vor vielen, vielen Jahren kaufen konnte. Ich kenne niemand, der diese Uhr ausser mir trägt. Für mich ist sie eine Erinnerung an meine erste finanzielle Unabhängigkeit. Und dieses Gefühl von damals ist mit Luxus Artikeln, die ich mir heute leisten kann, nicht zu vergleichen.

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Nach welchen Kriterien suchen Sie Künstler für Vioventi Art aus?

Meine Künstler haben eine Vision. Sie brennen für ihre Kunst. Ich sehe in ihnen noch viel ungelebtes Potenzial, das darauf wartet, heraus gearbeitet zu werden. Jeder Künstler, mit dem ich zusammenarbeite, braucht Geduld, einen langen Atem. Ich verspreche nicht den schnellen Erfolg. Ich möchte den Künstler in seinem nachhaltigen Wachstum als Künstler und Mensch unterstützen.

Welche drei Tipps würden Sie jemanden geben, der gerade damit anfängt, seine Kunstsammlung aufzubauen?

Neben Anlagekriterien steht für mich immer der persönliche Geschmack im Vordergrund. Ein Kunstwerk soll mich ansprechen, mir mein Leben verschönern, verbessern, mich inspirieren. Was spricht mich an? Wenn ich die Kunst kaufe, die mich anzieht, gibt es oft eine Entsprechung zu mir selbst. Und den Themen, die mich begleiten Das Werk und ich treten in einen Dialog. Kunst, die ich in meinen privaten Räumen hänge, hat etwas mit mir zu tun, mit meinem Leben, Wünschen, Hoffnungen. Selbstverständlich kann man den Aufbau der Sammlung ganz in die Hände von Experten begeben. Man kann sich jedoch auch auf die Reise machen, selbst Galerien und Messen besuchen, in einen Freundeskreis eines Museums eintreten, mit jungen Künstlern in direkten Kontakt treten. Und sich leiten lassen nicht nur von dem, was der Markt gerade feiert, sondern vom eigenen Instinkt und Bauchgefühl.

Was fasziniert Sie an jungen Künstlern besonders?

Alles Neue hat mich schon immer begeistert nach dem Motto: Jedem Anfang liegt ein Zauber inne. Ich freue mich, Dinge und Menschen wachsen zu sehen. Ich baue gerne auf, unterstütze, inspiriere und wecke schlafendes Potenzial. Ein junger Künstler ist noch sehr nah an seinen eigenen Wahrheiten und seiner künstlerischen Botschaft. Junge Künstler zeigen uns den Weg in die Zukunft. Sie beschäftigen sich in ihrem Werk mit den Themen unserer Zeit.

Können Sie uns in einfachen Worten erläutern, was es mit Krypto Kunst auf sich hat? Wie intensiv wird diese den Kunstmarkt der Zukunft bestimmen?

NFT (Non-fungible Token) ist ein Mittel zur Speicherung von Daten auf einer Blockchain. NFTs können mit bestimmten digitalen oder physischen Vermögenswerten und einer Lizenz für die Nutzung dieses Vermögenswerts verbunden sein. Heutige NFTs können sowohl digitale Kunstwerke sein als auch Veranstaltungstickets oder Kinofilme.  Das teuerste bisher verkaufte NFT ist eine Gemälde von Beeple mit dem Title „Everydays: The first 5000 Days“. Es wurde im Jahr 2021 für 69 Mio. Dollar beim Auktionshaus Christies versteigert. NFTs sind eine sehr spannende Erweiterung des traditionellen Kunstmarkts. Für mich das wichtigste Argument, warum NFTs sich ihren Platz in der Kunstwelt erobern, ist die Möglichkeit für Künstler direkt selbst am Markt ihre Werke zu präsentieren und an den Wertentwicklungen langfristig beteiligt zu bleiben.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders? Gibt es ein bestimmtes Projekt, das Sie in diesem Jahr planen?

Neben einigen neuen jungen Künstlern, die ich in diesem Jahr aufnehme, darf ich ein beeindruckendes Kunst- und Naturschutzprojekt begleiten: die Fotokünstlerin Nomi Baumgartl und ihr Alpenschutzprojekt „Eagle Wings – Protecting the Alps“ wird in diesem Jahr einige spannende Stationen haben. Wir beginnen am 26.2.22 mit einer Ausstellung in Kitzbühel in den Harisch-Hotels Schloß Lebenberg und Schwarzer Adler und werden uns im Verlauf des Sommers immer tiefer in die Bergwelt begeben.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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