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Architektur im Garten: Wie edle Poolkonzepte den Wohnraum Outdoor gestalten

Die Investition in einen hochwertigen Pool ist mehr als nur die Entscheidung für ein Wasserbecken. Für anspruchsvolle Bauherren eröffnet sich hier ein neuer Wohn- und Erlebnisraum im Freien. Gartenarchitektur, Wasserfläche, Beläge, Möblierung, Licht – idealerweise alles im selben Stil gehalten, sich in der unterschiedlichen Tages- und Abendstimmung des Grundstücks bewähren, aber doch den Charakter des Hauses nicht verleugnen. Immer mehr wird auch die Energieeffizienz wichtig, die Sicherheit, die Dauerhaftigkeit. Gestalterische Entscheidungen werden an technische Kennwerte und bauliche Anforderungen gekoppelt.

Der Pool als architektonisches Statement

Erst durch eine architektonisch verantwortliche Entscheidung über Lage, Form und Bezug zum Haus wird die Poolanlage schön. Der Beckenrand wird „Wasser läuft über“ meist so verlegt, dass er einer Haupt-Sichtachse folgt, die Kante des Beckens wird eine Kante der Wohnräume verlängern oder eine Fassadenlinie spiegeln, Innenraum und Außenraum scheinen ineinander überzugehen. Ob und wie das Wasserbecken als ruhender Ort in der Landschaft, als Sportpool oder als Hauptaufenthalt inszeniert wird, entscheidet sich in der Nähe zur Terrasse, zur Küche.
Infinity-Konzepte, bei denen die Wasserflächen mit dem Rand abschließen oder überzulaufen scheinen, akzentuieren die Horizontlinie und weiten den Eindruck des Gartens. In kuratierten Projekten wird der Wasserspiegel häufig nur wenig über das Niveau der Terrasse angehoben, um zusätzliche reflektierende Flächen und weiche Übergänge zu erzeugen.
Materialität ist tragend und Edelstahlbecken haben sich als langlebig, chlorbeständig und formal klar herausgestellt: ihrer Planung und Ausführung bedarf es aber zwingend. Betonbecken mit Sichtbeton oder hochrangigen Fliesen- und Natursteinoberflächen erlauben die Ausformung individueller Geometrien, verlangen aber sorgfältige Abdichtung und auf Frost- und Chemikalienbeständigkeit abgestimmte Oberflächen. Naturstein, Keramikplatten und Glasmosaik kommen im Umfeld zum Zuge, um Haptik, Rutschhemmung und optische Tiefe zu steuern.

Materialwahl, Licht und Möblierung im Außenraum

Der Wohlfühlfaktor und der langfristige gute Eindruck der Poollandschaft hängen auch von der Wahl der Materialien ab. Plattenbeläge aus keramischen Werkstoffen oder bearbeitetem Naturstein bieten rutschsichere Oberflächen, sind maßhaltig und in vielen Formaten lieferbar. So kann auch bei Plattenbelägen eine ruhige, großzügige Flächenwirkung erzielt werden. Holz und Holzoptiken bringen Wärme in den Außenbereich, doch als Naturmaterial verlangen sie konsequente Pflege und konstruktive Lösungen gegen Staunässe.
Beleuchtungskonzepte werden zusehends als fester Bestandteil der Architektur angesehen. Unterwasserleuchten, die meist auf LED-Basis arbeiten, setzen Akzente im Becken, Bodenleuchten, Wandleuchten und indirekte Lichtbänder akzentuieren Wege, Stufen und Sitzgelegenheiten. Smarte Steuerungssysteme ermöglichen Szenenabrufe, Dimmfunktionen und die Programmierung zeitgesteuerter Abläufe.
Bei Möbeln und Ausstattung ihrer Outdoor-Wohnräume orientieren sich Betreiber an denselben Standards wie drinnen. Loungesessel, Sofas und Esstische aus witterungsbeständigen Materialien wie pulverbeschichtetem Aluminium, Edelstahl oder hochwertigen Geflechten werden mit textilen Elementen kombiniert. Diese sind UV-stabil und trocknen schnell. Mithilfe von Schattensystemen wie Sonnensegeln, Pergolen mit Stoffdächern oder Lamellendächern lassen sich Bereiche abtrennen, die auch an heißen Tagen gut nutzbar sind.

Überdachungen als gestaltete Raumhülle und Technikträger

Auf höherem Ausstattungsniveau werden Poolüberdachungen zunehmend als architektonische Elemente verstanden, die weit mehr leisten als Schutz vor Laub und Regen. Transparent oder transluzent gestaltete Konstruktionen aus Aluminium und Polycarbonat oder Glas spenden definierten Raum über dem Becken, der zum Wintergarten, Spabereich oder wetterunabhängigen Rückzugsort werden kann.
Energieeffiziente Nutzung wird zunehmend ein Thema. Viele Pools verlieren durch Verdunstung an der Wasseroberfläche einen erheblichen Teil ihrer Wärmeenergie. Überdachungen mindern diesen Effekt erheblich und nutzen durch den
Treibhauseffekt, indem sie kurzwellige Sonnenstrahlung hindurchlassen und langwellige Wärmestrahlung im Raum halten. Die Lufttemperatur kann sich dadurch um etwa 6 bis 8 K erhöhen. In Kombination mit Wärmepumpen und solarunterstützten Systemen entfällt ein erheblicher Teil der Heizzeiten und damit der Stromkosten.
Von der Architektur aus gesehen, bieten die Überdachungen zusätzliche Gestaltungsschichten. Flache, linear geführte Schienenlösungen oder schienenlose Systeme schaffen visuelle Verbindungen zwischen Haus, Garten und Landschaft. Hohe Überdachungen mit Stehhöhe erlauben die Einfügung von Funktionen wie Liegeflächen oder kleinere Sitzgruppen im Innenraum.
Sicherheitsaspekte sind zu beachten. Mit verriegelbaren Elementen ausgestattete Überdachungen erschweren den nicht beaufsichtigten Zugang für Kinder und Haustiere, was in vielen Sicherheitskonzepten gefordert wird.

Planungsparameter für dauerhafte Qualität

Damit ein durchdachtes Poolkonzept seinen Platz im Outdoor-Wohnbereich auch auf lange Sicht für sich gewinnen kann, ist hier eine abgestimmte Planung von Architektur und Freiraumgestaltung, von Technik und Haustechnik erforderlich. Die Verteilung und Höhe der einzelnen Gebäude bestimmen die Sonneneinstrahlung und Verschattung durch Nachbarn und Bäume, die Blickbeziehungen aus unseren Innenräumen und den Abstand zu den Grundstücksgrenzen. Entwässerung, Einschottern mit Gefälle, Unterkonstruktion der Beläge müssen so koordiniert werden, dass keine Pfützen entstehen und kein Frostschaden. Da kommen zu den Grundlagen technischer Filter und Aufbereitung, Heizungen, Beleuchtungen, Steuerungen hinzu. Die Auswahl der Beckenmaterialien Polypropylen, GFK, Edelstahl oder Beton hat hinsichtlich Wärmedämmung, Haptik, Pflegeaufwand und Formfreiheit weitreichende Konsequenzen. Energetisch optimierte Konzepte kombinieren gut gedämmte Becken mit kraftvollen Pumpen, LED-Licht, eventuell Photovoltaikanlage und einer abgestimmten Überdachung, welche die Notwendigkeit des Einsatzes von Ressourcen vermindert.
Auf der Ausführungsebene kommen dann die Qualitäten mit den Toleranzen bei Beton und Plattenverlegung, Rutschhemmungsklassifizierungen bei Belägen, korrosionsgeschützte Befestigungsmittel, handwerklich korrekte Fugenführungen hinzu. Dokumentierte Wartungspläne und Reinigungsvorgaben sorgen dafür, daß Oberflächen, Technik und Wasserqualität über Jahre dem angestrebten Standard entsprechen.

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