Retromobile in Paris: Die skurrilen Luxus-Fahrzeuge der Maharadschas

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert gehörten die indischen Maharadschas zu den reichsten Menschen der Welt. Sie schwelgten im Luxus und zeigten dies natürlich auch gerne nach außen hin, was bekanntlich gerne auch mal exzentrische Züge annehmen kann. Im Fahrzeug-Bereich konnte man sich davon in den letzten Tagen auf der Retromobile in Paris überzeugen, die am heutigen Sonntag ihre Pforten schließt.

Drei Jahre lang hat die Planung zu dieser Ausstellung gedauert. Am Ende gelang es den Verantwortlichen 15 Luxuskarossen zu vereinen, die einst dem einen oder anderen Maharadscha gehörten. Die Mehrzahl der Modelle gehört heute Sammlern oder ist immer noch im Besitz der fürstlichen Familien.

Ein Highlight der Ausstellung war zum Beispiel das „Swan Car“. Ein reicher Brite hatte sich den elektrisch angetriebenen Wagen 1910 in Kalkutta tatsächlich in der Form eines Schwans fertigen lassen. Auf den Straßen sorgte das skurrile Gefährt für Verkehrschaos, so dass ein polizeiliches Fahrverbot folgte. Später kaufte ihn der Maharadscha von Nabha und war offenbar so von dem skurrilen Gefährt angetan, dass er in den 1920er Jahren eine kleinere Version davon bauen ließ, die als das erste in Indien gefertigte Automobil gilt.

Ein weiteres skurriles Beispiel ist die Geschichte eines Maharadschas in den 1920er Jahren. Dieser wollte in London in seiner Landestracht einen Rolls-Royce kaufen, doch wurde er als vermeintlicher Landstreicher wieder weggeschickt. Daraufhin war er so erbost, dass er seinen Minister drei Fahrzeuge bestellen ließ, die er dann in Indien zu Müllwagen machte. Die Ausstellung zeigte jedoch auch weniger skurrile, wenn nicht minder bedeutende Fahrzeuge, zum Beispiel der Marken Delahaye oder Alfa Romeo.

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