Berlin: Die Rückkehr des legendären Hotels am Steinplatz

Wer etwas auf sich hielt, logierte in den 1920er und 30er Jahren in Berlin entweder im Adlon oder im Hotel am Steinplatz. Nachdem das Adlon bekanntermaßen längst wieder erwacht ist, soll dies nun auch mit dem Hotel am Steinplatz geschehen. Vor wenigen Tagen wurde die offizielle Eröffnung des legendären Luxushotels mit der bekannten Jugendstil-Fassade gefeiert.

Erbaut wurde das Gebäude im Stadtteil Charlottenburg im Jahr 1913. Drei Jahre später wurde es von der Berliner Unternehmer-Familie Zellermeyer gekauft und als Luxushotel eröffnet. Vor allem für Künstler, Filmschaffende und Intellektuelle wurde es schnell zu einem Anziehungspunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Haus eine zweite Blütezeit. Zu den Gästen gehörten damals Brigitte Bardot, Alain Delon, Romy Schneider oder Schriftsteller wie Günter Grass und Heinrich Böll. Legendär waren die langen Nächte in der Bar „Volle Pulle“. Zellermeyer war es nämlich, dem die Aufhebung der Sperrstunde gelang!

In den 1970er Jahre verkaufte die Familie das Haus und es wurde als Altenheim genutzt und stand dann leer. Heute soll das Hotel am Steinplatz als 5-Sterne-Hotel wieder auferstehen. Auf die Zertifizierung wartet man so kurz nach der Eröffnung noch, jedoch sollten die Sterne ohne Problem erreicht werden. Betrieben wird das Haus heute von Marriott und gehört zu deren Boutique-Hotel-Bereich „Autograph Collection“. Hier und da finden sich im Innern Anklänge an die 20er Jahre, jedoch ist der größte Teil des Designs modern gehalten.

84 Zimmer und Suiten warten auf die Gäste, wobei zum Beispiel die zwei Spa-Suiten über jeweils eine eigene Sauna verfügen. Ansonsten findet man im fünften und sechsten Stock des Gebäudes einen Spa-Bereich. Leider müssen die Gäste auf einen Pool verzichten, da dieser Einbau aufgrund der alten Bausubstanz nicht möglich war. Ansonsten findet man jedoch genug Möglichkeiten zum Entspannen. Das kulinarische Konzept basiert auf regionalen Speisen und Produkten und wurde von Sternekoch Stefan Hartmann entwickelt. Die Bar bietet eine ausgezeichnete Auswahl an edlen Tropfen, wird jedoch nicht an die „Volle Pulle“ von einst anknüpfen, zumindest vom Konzept her. Ob sich hier bald wieder die Szene tummelt, wird sich zeigen.

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