Parfum: Die Auferstehung von J.F. Schwarzlose

Um 1900 herum lebten und arbeiteten in Berlin viele der bedeutendsten Künstler und Wissenschaftler dieser Zeit. Die Stadt entwickelte sich zu einem kreativen Schmelztiegel. Ein fester Bestandteil der Szene waren damals die Düfte aus der Manufaktur J.F. Schwarzlose Söhne.

1856 gründete der Klavierbauer Joachim Friedrich Schwarzlose zusammen mit seiner Familie einen Drogeriehandel, in dem man bald auch mit der Herstellung von Parfums anfing. Da es in Berlin jedoch natürlich keine Lavendelfelder oder Ähnliches gab, beschloss man den Duft der Region und der Stadt auf liebliche Art und Weise einzufangen. Es entstanden legendäre Düfte wie „Treffpunkt 8 Uhr“ oder „1A-33“, das an damalige Autokennzeichen erinnern und somit für Fortschritt stehen sollte. Eingefangen wurden zum Beispiel der Duft der Lindenblüten der Berliner Alleen oder die Wassernoten von Wannsee und Spree.

J.F. Schwarzlose wurde bald Hoflieferant des Preußischen Königshauses und lieferte seine Düfte zudem bis nach New York oder Peking! Der Zweite Weltkrieg und der Bau der Mauer zerstörten jedoch das Unternehmen, das in den 1970er Jahren endgültig sein Ende fand. 2012 haben sich der Industrie-Designer Lutz Herrmann, die Parfumeurin Véronique Nyberg und Marketing-Fachmann Tamas Tagscherer zusammengetan um J.F. Schwarzlose wiederzubeleben und den Charme der Jahrhundertwende und des Art déco in unsere Zeit zu transferieren.

Man beruft sich dabei unter anderem auf die alten Duftklassiker und startete dabei mit „1A-33“ und „Treffpunkt 8 Uhr“. Inzwischen sind die Sorten „Rausch“ und „Trance“ hinzugekommen. Einen eigenen Store besitzt man noch nicht, jedoch ist die Marke zum Beispiel im KaDeWe in Berlin oder im Oberpollinger in München zu haben.

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