Das war der Luxury Business Day 2013

Luxury Business Report 2013

Luxury Business Report 2013

Der diesjährige Luxury Business Day, kurz LBD wurde in Zusammenhang mit Journal International, INLUX und Ernst & Young München veranstaltet und wir hatten das Vergnügen als Gast in diesem erlesenen Zirkel den Vorträgen beiwohnen zu können und danken an dieser Stelle recht herzlich für die Einladung.

Die zentrale Frage, die den LBD beschäftigte war „Kann man Luxus in den heutigen Zeiten des Internets überhaupt noch haben?“ und wenn ja, „Wie sehen die erfolgreichsten Onlinestrategien dafür aus?“. Es waren circa 150 Gäste der Einladung zum Luxury Business Day gefolgt und so versammelte sich auch das Who is Who des Managements von Escada, Hauck & Aufhäuser, Richmont, Marc O‘ Polo, Estée Lauder und weiteren Luxusmarken auf dem Event.

Einen wirklich gelungenen und für mich zugleich schockierenden Auftakt machte Holger Lietz von American Express mit seinem Vortrag „Open Source Luxus – Online-Strategien für den vernetzten Luxus-Shopper“. Erschreckend deswegen, weil er seinen Vortrag damit begann, die Nutzung bestimmter Internetdienste abzufragen. Innovative Dienste wie Foursquare, Pinterest, Twitter etc. hatten im Saal einen Verbreitungsgrad von NULL und auch Pinterest und Xing, ein eigentlich heute in vielen Branchen selbstverständliches Business-Tool wurden kaum von den Teilnehmern genutzt. Daher kann man sich eigentlich nur wundern, daß die Luxusmarken so wenig über die kommenden Konsumentengruppen wissen und sich bisher nur so rudimentär mit den neuen Gegebenheiten in Marketing, PR, Markenführung und Kundenkommunikation beschäftigen. Dabei ist der twitternde Student von heute der Sportwagenkäufer von morgen. Und nicht nur morgen. Die neue „Digital Luxury Study 2013“ von Burda Intermedia Publishing spricht sogar davon, daß 84 Prozent der sogenannten Heavy-Käufer bereits Produkte von Luxusmarken im Internet gekauft haben. Mehr als die Hälfte von ihnen (52 Prozent) beziehen nach einer Onlinerecherche Luxusprodukte ausschließlich direkt über das Internet.

Bis auf wenige lobenswerte Marken scheinen die meisten Unternehmen mit dieser Revolution im Konsumentenverhalten überfordert. Gerade BMW ist hier als besonders fortschrittlich zu nennen. So hat BMW zum einen auf den Trend „Acces vs Ownership“ also Zugang/Verfügbarkeit statt Besitz mit dem Angebot DriveNow reagiert, bei dem man als Kunde unkompliziert als Full Service Angebot Zugang zu einer Fahrzeugflotte erhält – gerade jüngere Kunden, bei denen das Statussymbol Auto an Bedeutung verliert, werden so weiterhin an die Marke und das Transportmittel Auto herangeführt. Zum anderen hat BMW die Bedeutung ökologischer und sozialer Werte für moderne Luxuskunden erkannt und bietet mit dem i8 ein Statussymbol für dieses neue Klientel, denen neben Technologie und Fortschritt auch gesellschaftliche Verantwortung und eine Vorreiterrolle wichtig ist.

Einen Eklat löste Siems Luckwaldt aus, als er in seinem Vortrag „Look at ME: Modeblogs – Symptome der Krise oder Medienzukunft?“ doch recht schroff auf die Modeblogger-Szene einhackte. Entsprechende Reaktionen blieben da natürlich nicht aus und so kommentierten Profashionals und dann Stefan Gessulat und Roland Schweins und dann wieder Profashionals. Recht haben sie sicher alle, aber davon verkauft keiner auch nur ein Luxusprodukt mehr, sondern es zeigt vor allem wie unwohl sich Menschen mit Veränderung tun. Dabei bieten Veränderungen doch genau die Verhältnisse, in denen Marktanteile am schnellsten umverteilt werden. Und so werden wolh einige Marken massiv gewinnen und einige sterben und einige in der Nische überwintern.

Auch die Auswertungen der Studien des Instituts für Luxus und der Munich Business School brachten viel Licht ins Dunkel. Am Ende war klar, dass am Onlineshopping heutzutage kein Weg mehr vorbeiführt. Auch Luxusmarken beinhalten die modernen Stukturen des Vertriebs. Der Luxus ist aus dem modernen Online-Shopping nich mehr wegzudenken. Sicher, nicht jeder hat den Sprung schon gewagt, noch bestehen gewisse Ängste. Doch mehr und mehr wird es sich wandeln. Sicher wurde jedoch, dass jede Marke auch modern vermarktet werden muss. Somit führt kein Weg am Internet vorbei.

Präziser hätte demnach auch das Timing vom Online Händler Amazon nicht sein können. Einige Tage nach dem Luxury Business Day verkündigte Dieser nämlich, dass auch Luxusuhren nun den Weg zu Amazon gefunden hätten und gekauft werden könnten.

Eng verknüpft mit dem Luxury Business Day ist auch der Luxury Business Report. Dieser Report wurde zum Luxury Business Day in München am 6.Juni 2013 vogestellt. Es wird untersucht, welches Unternhemen das erfolgreichste Unternehmen für Luxusgüter in Deutschland ist. Dafür erstellen Ernst&Young, sowie die Munich Business School und das INLUX Institut für Luxus ein Ranking der „Top 50 Deutschen Luxusunternehmen“. Im Jahr 2013 ist die Leica Camera AG führender Hersteller, gefolgt vom Armaturenhersteller Dornbracht und dem Sieger des Jahres 2012, Montblanc. Das Ranking basiert auf Bewertungskriterien wie Preise und Größe, sowie der Meinung einer Fachjury. Der Luxury Business Report wird vom Verlag Journal International herausgegeben.

Zusammenfassend ist zu sagen, daß die Luxusgüterindustrie eine große Aufgabe vor sich hat, auf die geänderten technologischen Rahmenbedingungen und die veränderten Kundenansprüche zu reagierten. Vor allem scheinen digital bewanderte Führungskräfte und Berater massiv unterrepräsentiert zu sein. Der Luxury Business Day gehörte für mich bisher zu einem der spannensten Business Events in diesem Jahr und eine Teilnahme im kommenden Jahr kann ich nur dringend empfehlen.

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