GUM: Kaufhauslegende im Herzen Moskaus

cc by wikimedia/ Josef F. Stuefer

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Der Rote Platz in Moskau ist ohne Frage einer der Orte der russischen Metropole, den alle Besucher einmal gesehen haben müssen. Nur die wenigsten würden jedoch sicherlich direkt gegenüber vom Kreml ein großes Shopping-Center erwarten. Wobei, wenn man weiß, dass es sich dabei um eines der legendärsten und luxuriösesten Kaufhäuser des Landes handelt, macht das Ganze im heutigen Russland schon wieder mehr Sinn.

Bereits vor dem 17. Jahrhundert wurde an der Stelle des heutigen Warenhauses GUM Handel betrieben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es erste Bemühungen das Handels-Geschehen rund um den Roten Platz unter einem Dach zusammenzufassen. Vor 120 Jahren eröffnete dann das Kaufhaus seine Pforten und galt als eines der modernsten seiner Art überhaupt. Es hatte Zentralheizung, eine eigene Stromversorgung sowie elektrisch betriebene Lastenaufzüge.

Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden die Geschäfte jedoch nach und nach geschlossen. Die Staatsmacht zog in die Räumlichkeiten und kaufen konnte man dort nur noch Propaganda-Material wie rote Fahnen. Aus dieser zeit stammt auch der Name GUM, was übersetzt in etwa die russische Abkürzung für „staatliches Kaufhaus“ bedeutet. Bis in die 50er Jahre wurden die restlichen Geschäftsräume in Wohnungen umgewandelt. Immer wieder gab es Pläne das GUM abzureißen, doch stattdessen entschied man sich irgendwann wieder dazu, ein großes Kaufhaus daraus zu machen.

1993 wurde das GUM nach langem Hin und Her schließlich als privates Kaufhaus wiedereröffnet. Es wurde komplett saniert und restauriert und heute gehört es zu den nobelsten Adressen der Stadt mit allen international bekannten Luxusmarken, von Cartier bis Tiffany & Co., von Hermès bis Prada. Alleine die Verkaufsfläche für die zahlreichen Luxusgüter beträgt rund 35.000 Quadratmeter.

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