Sotheby’s: Diskussion um Auktion von „Der Schrei“

cc by wikimedia/ Tu

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Das Bild „Der Schrei“ des norwegischen Malers Edvard Munch ist heute nicht nur das bekannteste Werk des Künstlers selbst, sondern sicherlich auch eines der bekanntesten Gemälde der Welt. Insgesamt malte Munch vier Versionen. Drei Davon befinden sich in Museen und das vierte, das bisher einzige in Privatbesitz, soll am heutigen Mittwoch, den 2. Mai 2012 in New York versteigert werden. „Der Schrei“ ist heute eine Ikone und mit so manchen Irrungen und Wirrungen der Geschichte eng verknüpft. Sicherlich nicht zuletzt ein Grund dafür, warum auch diese Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s nicht ganz unumstritten ist.

Der frühere Besitzer des Bildes, Hugo Simon, soll das Bild nämlich nicht ganz freiwillig verkauft haben. Der deutsch-jüdische Bankier Simon, der sich auch linkspolitisch engagierte, musste 1933 nach Paris fliehen. Seine Nachfahren sind sich nun sicher, dass er das Bild „Der Schrei“ aus blanker Not verkaufen musste um zu überleben. Es ist in ihren Augen sogar umstritten, ob Simon das Geld für den Verkauf überhaupt vollständig erhalten hat. Dieser angebliche Verkaufszwang ist der Grund dafür, warum die Erben die Versteigerung des Bildes für moralisch falsch halten.

Sotheby’s und der aktuelle Besitzer Petter Olsen sehen dies natürlich ganz anders und beteuern, dass alles korrekt verlaufen sei und aktuell verlaufe. So oder so wird das Bild wohl heute den Besitzer wechseln. Die Erben von Simon hoffen, dass das Bild so wenigstens der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird. Experten gehen von einem Rekordpreis aus, der mindestens bei 80 Millionen Dollar liegen soll.

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